Mit Cowboyhut, glitzerndem T-Shirt und Gurt dirigiert Mc Gowan von der Bühne die Teilnehmer. «One, two, turn; three, four, turn; five, six, crossstep», leitet er an. Es ist ein repetitive, melodische Anleitung, fast schon ein Sprechgesang. Der Line-Dance-Workshop wird ein wenig zu einer meditativen Erfahrung.

Anfangs gab es noch einige Fehltritte, aber bald merkte man, dass die meisten Teilnehmer schon Erfahrungen mit Line-Dance hatten. Nach vielen Wiederholungen der Bewegungen und Motivationen durch Mc Gowan («Almost!», «it’s getting better!» und «Well done!»), konnte die Choreografie ohne Anleitungen durchgeführt werden. Innerhalb von dreissig Minuten hatten die Teilnehmer einen neuen Tanz gelernt.

Western-Atmosphäre

Auf den 250 Quadratmetern speziell für diesen Anlass installierten Tanzfläche wurde es eng, wenn sich alle der mehr als hundert Workshop-Teilnehmer versammelten. Vom Beginn eines Workshops bis zu dessen Ende verringerte sich die Anzahl jeweils ein wenig, da die warmen Temperaturen auch in der Halle zu spüren waren und Kondition beanspruchten. Mit dem von «Halt-Festival» zu gemieteten Chalet und den angefertigten Planen mit der Kulisse einer Westernstadt gab es in Lengnau eine Country-würdige Atmosphäre.

Der Frauenanteil am Workshop des Halt-Festivals in Lengnau überwog. Dies ist beim Line-Dance nicht ungewöhnlich: «Heute ist die Anzahl Männer aber eher hoch», kommentiert Marcel Rohrer, Präsident der «Swiss Country Western Dance Association» und Organisator des Workshops, diesen Umstand. Junge Männer waren, ganz im Gegensatz zu jungen Frauen, in Lengnau kaum zu finden.

Einflüsse aus England und den Niederlanden

In Lengnau wurde vor allem amerikanische Country-Musik gespielt. Obwohl: «Amerika ist nicht mehr massgebend, heute kommen die meisten Einflüsse aus England und den Niederlanden», so Rohrer. Die Bewegung in der Schweiz sei stark am wachsen. «Line-Dance ist etwas für jedermann und vor allem für jede Frau», sagt der Präsident mit einem Lächeln. Die Vereinigung habe zur Zeit rund tausend Mitglieder, aber hinter manchen Mitgliedern würden ganze Klubs stehen, die keine Einzel-Mitgliedschaft hätten.

Am Abend hatten die Line-Dancer die Herausforderung das Gelernte bei Live-Musik von vier Country-Bands umzusetzen. «Line-Dance ist immer einfacher bei CD-Musik», sagt Rohrer Ein Vorteil dieses Tanz-Stiles sei aber, dass auch Leute, die nicht am Workshop teilgenommen haben, problemlos mitmachen können. «Die Choreografien sind auf der ganzen Welt die gleichen», so Rohrer.