Döttingen

Forst rodet Waldgürtel – das dient Wild und Autofahrern

An der Aaretalstrasse bietet sich gegenwärtig ein übles Bild: Ein 15 Meter und 350 Meter langer Waldstreifen ist gerodet worden. Doch schon in kurzer Zeit wird sich die Natur diese Fläche zurückerobert haben.

An der Aaretalstrasse bietet sich gegenwärtig ein übles Bild: Ein 15 Meter und 350 Meter langer Waldstreifen ist gerodet worden. Doch schon in kurzer Zeit wird sich die Natur diese Fläche zurückerobert haben.

In der letzten Woche ist im Gebiet «Maigrund» auf 350 Metern entlang der Kantonsstrasse Döttingen–Würenlingen ein 15 Meter breiter Streifen Wald gerodet worden. Der Forst hat damit die Vorarbeit für den Bau von zwei Wildtierunterführungen geleistet.

Die umfangreichen Forstarbeiten - durchgeführt von einem Forstunternehmen in Zusammenarbeit mit dem Forstamt Klingnau-Döttingen-Koblenz-Rietheim - stehen im Zusammenhang mit dem Bau von zwei Wildtierunterführungen, die das Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) im nächsten Jahr erstellen wird.

Das Gebiet «Maiengrund» liegt im gesamtschweizerisch bedeutenden Wildtierkorridor Böttstein-Viligen. Die Forstarbeiten wurden vorgezogen, weil einige Bäume sturzgefährdet waren und einzelne Äste weit in die Aaretalstrasse hinausragten, wie Felix Keller, Leiter des Forstreviers Klingnau-Döttingen-Koblenz-Rietheim erklärt.

Ein weiterer Grund, die ursprünglich auf den Herbst geplanten Arbeiten vorzuziehen, war die Schliessung der Koblenzer Rheinbrücke. Durch die Sperrung war die Aaretalstrasse deutlich weniger befahren, was das Fällen der Bäume wesentlich erleichterte.

Die die Abstufung des Waldes – die ersten 15 Meter sind baumfrei und mit Gebüsch, die nächsten 15 Meter mit kleinen bis mittleren Bäume bewachsen – ermöglicht dem Wild einen stressfreien Wechsel auf die andere Strassenseite.

Das Unterholz bietet dem Wild besseren Schutz als ein offener Wald. Die Arbeiten haben aber auch für die Strassenbenützer erhebliche Vorteile: Sie müssen nicht mehr befürchten, dass bei starken Winden Bäume geknickt werden und auf die Strasse fallen.

Das bei der Rodung anfallende Holz wird von den Döttinger Ortsbürgern als Besitzer des Waldstücks auf normalem Weg verkauft und wird auch dem normalen Hiebsatz zugerechnet.

Unterführungen erst 2015

Das BVU wird die Unterführungen samt den erforderlichen Zäunen erst im nächsten Frühling erstellen. Vorgesehen ist ein grösseres Bauwerk, das auch von einem Hirsch passiert werden kann. Die zweite Unterführung dient dem gefahrlosen Wechsel von kleineren Säugetieren.

Nach Auskunft von Projektleiter Guido Suter hat sich das Baudepartment zum Ziel gesetzt, die Arbeiten bis Ende 2015 abzuschliessen. Für den Bau der Wildtierunterführungen zwischen Döttingen und Würenlingen hat der Regierungsrat einen Kredit von 4,455 Millionen Franken gesprochen.

Während der Bauzeit wird der Verkehr über eine rund 300 Meter lange, asphaltierte Behelfstrasse durch das Landwirtschaftsland gegenüber dem Waldgebiet «Maigrund» geführt.

Meistgesehen

Artboard 1