Bad Zurzach

«Fläcke Openair»: Rock gleich neben der Kapelle

Ein Teil des Organisationsteams auf dem Festivalgelände vor der Loretokapelle: (v.l.) Bettina Oeschger, Jonas Hauser, Niklaus Edelmann und Dominik Steinacher.

Auf dem Achenberg, oberhalb Bad Zurzach, findet am Wochenende erstmals das «Fläcke Openair» statt.

Freunde pop- und rockmusikalischer Freiluftveranstaltungen müssen auch diesen Sommer nicht auf ein üppiges Angebot verzichten. Landauf, landab scharen sich Menschen um die Bühnen. Eine Erhebung ergab, dass die Schweiz die höchste Open-Air-Dichte in Europa hat. Die grössten unter ihnen sind hochprofessionelle Konzertunternehmen. Zu ihnen zählen das Zürich Open Air oder Seasidefestival in Spiez, wo dieses Wochenende Zehntausende Besucher erwartet werden.

Keine Bewilligung im Ortszentrum

Wer es gerne einige Nummern kleiner, dafür gemütlicher mag, der könnte am Freitag und Samstag auf dem Achenberg auf seine Rechnung kommen. Neu taucht das «Fläcke Openair» in der Eventagenda auf: Erstmals findet auf der Ebene oberhalb von Bad Zurzach und Klingnau, unmittelbar vor der historisch bedeutenden Loretokappelle ein zweitägiges Happening statt. Organisiert wird der Anlass vom Verein «Huusgmacht» aus Bad Zurzach. Die Initianten lassen damit eine alte Tradition im Bezirkshauptort aufleben. Vor Jahrzehnten war das Gebiet in der Barz Schauplatz von Freiluftmusikanlässen. Dann herrschte lange Funkstille. 2010 gründete eine Gruppe Jugendlicher im Ort den Verein mit dem Ziel, ein zusätzliches kulturelles Angebot in der Region zu schaffen. «Diesbezüglich sind wir hier nicht verwöhnt», sagt Mitorganisator Andreas Güntensperger. Mit Poetry-Slam-Veranstaltungen, Dance-Partys oder Oktoberfesten sollte eine jüngere Klientel bedient werden. Vor vier Jahren anlässlich des Dorffests traten Güntensperger und seine Mitstreiter erstmals auch als Open-Air-Organisatoren in Erscheinung. Es sollte die Initialzündung zu dem sein, was nun seine Premiere erlebt.

Der Weg bis zur Realisierung wurde allerdings zur Geduldsprobe. «Geplant war der Anlass ursprünglich bereits im vergangenen Jahr.» Man habe aber feststellen müssen, dass die Genehmigung für eine Bewilligung hürdenreich sei, sagt Andreas Güntensperger. «So zog es sich in die Länge.»

Grosser logistischer Aufwand

Vorgesehen war das Chilebückli im Dorfzentrum. «Weil wir mit Lärmeinsprachen aus dem nahen Bäderquartier hätten rechnen müssen, hielten hielten wir nach einem anderen geeigneten Gelände Ausschau», erklärt Güntensperger, und fündig wurde man schliesslich auf dem Achenberg.

Die Umgebung für das Out- door-Happening bezeichnet er als ideal. Und Lärmklagen sind hier keine zu erwarten. Dafür ist die Logistik aufwendiger. Das ganze Material und die Besucher auf die Anhöhe zu bringen, sei eine Herausforderung. Mit Shuttlebussen soll den Festivalbesuchern die Anreise erleichtert werden.

Ob es an der dezentralen Lage liegt, dass der Vorverkauf bisher schleppend verlief, vermag Andreas Güntensperger nicht zu beurteilen. Die Organisatoren hoffen an den beiden Tagen mit insgesamt 1000 Zuschauern, bei 700 würde man das hohe sechsstellige Budget ausgeglichen gestalten.

Ein wesentlicher Faktor, damit das «Fläcke Openair» nach nur einer Ausgabe nicht bereits wieder aus dem Open-Air-Kalender verschwindet. «Es wäre schön, wenn das Programm beim Publikum Anklang finden würde», hofft Andreas Güntensperger. Nicht nur er: Rund 100 Helfer stehen am kleinen, aber feinen Event im Einsatz .

www.flaeckeopenair.ch

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Autor

Daniel Weissenbrunner

Daniel Weissenbrunner

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