Nach dem Rücktritt von Vizeammann Meinrad Moser wählt Bad Zurzach am 25. September ein neues Gemeinderatsmitglied. Mit Uwe Fiedermann und Lovey Wymann stellen sich gleich zwei Personen der Wahl. Die Stimmbevölkerung hat so eine Wahl – was längst nicht mehr selbstverständlich ist im Kanton Aargau.

Doch der FDP-Ortspartei sind die beiden parteilosen Kandidaten nicht gut genug. Denn Moser hatte das Ressort Bau unter sich. Dieses würde zwar womöglich Ammann Reto S. Fuchs übernehmen, dafür aber das Finanzressort abgeben. "Uwe Fiedermann und Lovey Wymann bringen die entsprechende Fachkompetenz im Bau nicht mit, ebenso nicht in den Finanzen", schreibt die Partei in einer Mitteilung.

Und weiter: "Es stellt sich die Frage, ob sich Uwe Fiedermann ohne fundierte Finanzfachkenntnisse aufgrund seiner beruflichen Erfahrung in der Informatikbranche allenfalls in den Finanzbereich einarbeiten könnte? Die FDP Ortspartei kann aber gesamthaft beurteilt keine der beiden Kandidaturen empfehlen."  

Um zu verhindern, dass Fiedermann und Wymann gewählt wird, bittet die FDP Stimmbürgerinnen und Stimmbürger, "die sich ebenfalls nicht entscheiden können", die Wahlzettel nicht leer einzulegen, sondern einen anderen Namen einer wahlfähigen Person aus Bad Zurzach auf den Zettel zu schreiben. Denn damit erhöht sich das absolute Mehr – und die Chance steigt, dass es, weil weder Fiedermann noch Wymann diese Hürde schaffen, zu einem weiteren Wahlgang kommt. Die FDP hofft, dass sich dann doch noch eine Person zur Wahl stellt, die ihren Vorstellungen mehr entspricht.

In der Facebook-Gruppe "Gemeinde Bad Zurzach" sorgte das Vorgehen der FDP für geharnischte Reaktionen. Dort hat Hanspeter Ricklin von der FDP die Mitteilung gepostet. Einige Personen drücken ihr Unverständnis aus. Darunter findet sich auch der Hinweis, dass Fiedermann "sehr wohl etwas von Finanzen versteht". 

Lovey Wymann hält sich zurück: " Ich kann damit leben, dass die FDP mich nicht empfiehlt aber ich verstehe deren Strategie nicht", schreibt sie. Uwe Fiedermann hat sich selbst zwar nicht eingeschaltet (er ist nicht auf Facebook aktiv), wohl aber seine Frau. Auf eine Kontaktaufnahme hat Hanspeter Ricklin von der FDP allerdings abweisend reagiert.  (pz)