Die Wogen gingen hoch, als 2012 bekannt wurde, dass im ehemaligen Hotel Verenahof eine kantonale Asylunterkunft entstehen soll. An der Infoveranstaltung des Kantons zeugten Spruchbänder wie «70! Nein, niemals» und «70 Asylanten Nein» davon, dass im Grenzdorf alles andere als Freude herrscht.

Schliesslich platzte der Deal zwischen Kanton und Nezaim Shala, Eigentümer des Verenahofs und Inhaber der Auto Gubrist AG in Zürich Affoltern. Lag es an den 370 Einsprachen gegen das Baugesuch? Oder – wie der Kanton kommunizierte – an den Bedingungen des Liegenschaftsbesitzers Nezaim Shala?

Klar ist: Das Departement Gesundheit und Soziales (DGS) zog im Jahr 2013 das bei der Gemeinde eingereichte Baugesuch für den Umbau des ehemaligen Hotels in eine Asylunterkunft zurück.

Heute sagt Nezaim Shala: «Ich habe am Geld keine Freude, wenn die Leute in Koblenz keine Freude an der Lösung haben.» Statt den Verenahof an den Kanton zu vermieten, werden auf dem Areal nun Wohnungen gebaut.

Statt Geld zu kassieren, wird Shala vorerst investieren. «Es war ein Entscheid der ganzen Familie», sagt der aus dem Kosovo stammende Shala. Mit positiven Reaktionen werde er noch heute überhäuft, wenn er in Koblenz sei, sagt der Unternehmer aus Zürich: «Wenn ich im Restaurant sitze und eine Pizza esse, bedanken sich die Nachbarn des Verenahofs bei mir.»

Das Baugesuch für die Wohnüberbauung Verenahof ist kürzlich bewilligt worden. Das freut auch Mario Erdin. Der Koblenzer war damals im Komitee gegen das Asylzentrum aktiv geworden.

Er spricht von zwei Erfolgserlebnissen. Einerseits konnte die Asylunterkunft verhindert werden, andererseits nimmt nun ein Investor Geld in die Hand, um aus dem verwaisten Areal etwas zu machen. «Das ist gut für die Gemeinde», sagt Erdin, «das bringt auch zusätzliches Steuersubstrat.»

Erdin verweist auf Beispiele wie Rekingen. Dort wehrt sich der Gemeinderat gegen mögliche Sozialkosten für anerkannte Flüchtlinge. «Das wäre auch in Koblenz zu befürchten gewesen», sagt Erdin. Nun kommen Steuerzahler statt Asylsuchende.

Glücklich über die Entwicklung ist auch Gemeindepräsidentin Heidi Wanner. Sie spricht von einer positiven Wende. «Das Verenahof-Areal wird aufgewertet, es entsteht eine hochwertige Überbauung an guter Lage nahe am Bahnhof», ist sie überzeugt.

Für die Qualität des Projekts spricht das erstellte «Fachgutachten Arealüberbauung». Solche neutralen Gutachten sind obligatorisch bei Arealüberbauungen. Aufgrund ihrer hohen architektonischen Qualität dürfen sie in bestimmten Punkten von der Regelbauweise abweichen.

Demnach weist die Siedlung eine hohe Dichte auf. Durch das Umnützen und Freistellen des ehemaligen Verenahofs wird die Identität des Quartiers erhalten. Fazit: Die Siedlung passt sich gut in das Quartierbild ein.

Baubeginn Ende Oktober

Im Verenahof-Gebäude selbst entstehen zehn Wohnungen mit 1,5 bis 3,5 Zimmern. Strassenseitig wird der störende Vorbau abgebrochen. Zusätzlich werden auf dem Areal drei neue Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 47 Wohnungen gebaut. 7 mit 2,5 Zimmern, 36 mit 3,5 Zimmern und 4 mit 4,5 Zimmern.

Hinzu kommt eine Tiefgarage mit 53 Plätzen. Nezaim Shala respektive die Bauherrin Auto Züri Gubrist AG rechnet mit einer Investition von 13 Millionen Franken. Ende Oktober soll mit dem Umbau des Verenahofs begonnen werden. Vier Monate wird das in Anspruch nehmen. Die Arbeiten an den Neubauten sollen im nächsten Jahr beginnen. Shala rechnet hier mit einer Bauzeit von eineinhalb Jahren.