Klingnau

Fast 5 Jahre nach Sensationsfund: Goldbarren werden fürs Fernsehen aus Banktresor geholt

Im Juni 2012 fanden zwei Klingnauer Gemeindeangestellte 2,6 Kilogramm Goldbarren. gefunden worden, liegen seit Jahren in einem Banktresor. Am Dienstag wurden sie herausgeholt. Aber nur für einige Minuten.

Im Sommer 2012 sorgte der Goldfund von Klingnau tagelang für Schlagzeilen. Die Menschen elektrisierte nicht nur das Rätsel um die Herkunft der Goldbarren, sondern auch dass die ehrlichen Finder, zwei Gemeindeangestellte, an jenem 28. Juni nicht zögerten und sofort die Polizei verständigten.

Nachdem die Staatsanwaltschaft Ermittlungen und Strafverfahren einstellte, kamen die Goldbarren im Herbst 2013 nach Klingnau, sprich in einen Tresor der Filiale der Raiffeisenbank Böttstein. Dort werden sie seitdem aufbewahrt. Am Dienstag nun fiel seit langem wieder Licht auf das Gold. Aber nicht etwa, weil der rechtmässige Besitzer gefunden worden wäre. Hintergrund ist der «Donnschtig-Jass» des Schweizer Fernsehens (SRF).

Am 13. Juli duelliert sich Klingnau mit Wohlen um eine Austragung der populären Sommersendung. «Beide Gemeinden werden mit einem witzigen Kurzfilm vorgestellt», erklärt Cornel Sutter von der Jassredaktion des SRF. Bei ihrer Recherche stiessen die «Donnschtig-Jass»-Macher auf den Goldfund. Die Barren werden im Kurzfilm eine Rolle spielen.

Zur Sicherheit zwei Polizisten

Mit dem Einverständnis von Gemeinde und Raiffeisenbank durfte eine SRF-Crew mit den Moderatoren Roman Kilchsperger und Reto Scherrer am Dienstag den gut gehüteten Goldschatz in der Klingnauer Bank für eine kurze Sequenz filmen. Begleitet wurden sie von zwei Polizisten der Repol Zurzibiet.

Die Raiffeisenbank-Filiale in Klingnau

Die Raiffeisenbank-Filiale in Klingnau

Mysteriös ist nach wie vor, wie die Goldbarren an den Fundort kamen – und wem sie gehören. Wenn der Besitzer bis zum zum Ablauf der fünfjährigen Frist am 28. Juni 2017 nicht feststeht, gehe das Gold an die Einwohnergemeinde, führt Gemeindeschreiber Rolf Walker aus. Der Gemeinderat hat den Sachverhalt von einem Anwaltsbüro juristisch abklären lassen. Springender Punkt sei, dass die Finder in dienstlicher Funktion als Gemeindeangestellte auf das Gold stiessen. Deshalb gelte der Arbeitgeber als Finder, sagt Walker. Wofür die Gemeinde den möglichen Verkaufserlös einsetzen würde, stehe «noch nicht fest».

Dagegen habe der Gemeinderat bereits beschlossen, den beiden Findern einen «angemessenen Finderlohn», der ihnen von Gesetzes wegen zusteht, auszuzahlen. Als Faustregel gelten 10 Prozent des Verkaufserlöses. Zurzeit würde dieser rund 105 000 Franken, der Finderlohn pro Person über 5000 Franken betragen. Beim Fund vor fünf Jahren hatte das Gold noch einen Wert von 120 000 Franken.

Meistgesehen

Artboard 1