Coronakrise

Fast 100’000 weniger Gäste wegen Corona-Lockdown – so will Bad Zurzach jetzt Touristen anlocken

Dank zahlreichen neuen Angeboten sollen die Schweizer ihre Ferien im Flecken verbringen. Die Zurzibieter Torte und deren Botschafterin helfen mit, die Region über die Bezirksgrenzen hinaus bekannter zu machen.

Konzentriert verteilt Stefanie Vögele die Pralinencrème, streut danach Krokant darauf − und fertig ist die Zurzibieter Torte. Die erfolgreiche Leuggemer Tennisspielerin backt nicht nur gerne, sondern ist Botschafterin der süssen Versuchung der Bäckerei Alt.

«Die Zurzibieter Torte trägt als Mitbringsel den Namen unserer Region über die Bezirksgrenzen hinaus», sagt Peter Schläpfer, Geschäftsführer von Bad Zurzach Tourismus.

Stefanie Vögele backt Zurzibieter Torte

Stefanie Vögele backt Zurzibieter Torte

Tennisspielerin Stefanie Vögele hat in der Bäckerei Alt in Endingen geholfen, Zurzibieter Torten herzustellen. Ausserdem sprach sie über die Zeit, die sie während des Teil-Lockdowns im Zurzibiet verbrachte und in der sie ihrer "Mutter auf die Neven" ging, wie sie mit einem Lachen sagte.

Das ist in der Coronakrise besonders wichtig: Der Lockdown hat die Region und Bad Zurzach hart getroffen. Doch Schläpfer und sein Team arbeiten mit Hochdruck an Tourismusangeboten, die dem neuen Coronaalltag angepasst sind.

Themenwochen entführen Badegäste nach Spanien

Pro Jahr besuchen rund 550000 Touristen den Flecken. Der Start ins Jahr 2020 war erfolgreicher als im Vorjahr. Doch im März folgte der Lockdown und der Wegfall von fast 100 000 Gästen: Mit der Schliessung des Thermalbades und der Grenzen übernachteten keine Badegäste und Geschäftsleute mehr. Da bis vor kurzem kaum mehr operiert wurde, fielen auch die Reha-Gäste weg.

Von den fünf Hotels war bis heute nur das Hotel «zur Post» offen. «Das bedeutet gewaltige Einbussen», sagt Schläpfer. «Aber sofern es nicht zu einer zweiten Welle kommt, werden hoffentlich alle Betriebe die Krise überleben.»

Bad Zurzach in Bildern:

Mit den Lockerungen kehrt langsam wieder Leben in den Ort ein. Dennoch: Bad Zurzach steht ein harter Sommer bevor. Spezielle Angebote sollen Gäste aus der ganzen Schweiz anlocken. Für das Thermalbad sind in den Ferien Themenwochen geplant, welche die Besucher ins Tessin, nach Frankreich oder Spanien entführen − mit entsprechender Deko, kulinarischen Angeboten und Behandlungen. Dank der grosszügigen Platzverhältnissen und strengen Sicherheitsmassnahmen werden die Risiken minimiert.

Das gelte auch für die Hotels, die mit einem Eröffnungsrabatt von zehn Prozent und kulanten Stornierungsbedingungen werben. In verschiedenen Angeboten ist auch die Benützung von Bikes und E-Bikes kostenlos. «Die Natur in der Region ist wunderschön», sagt Schläpfer. «Ideal für Wander- oder Velotouren entlang des Rheins oder über den Zurziberg − insbesondere in der aktuellen Krise.» Auch soll das Angebot an Führungen noch mehr ausgebaut werden.

Zwar wurde das Papa-Moll-Fest im Herbst abgesagt, die Kinder müssen den tollpatschigen Herrn im Sakko aber nicht missen: In den Ferien können Familien spezielle Papa-Moll-Tage buchen. Wie diese im Detail aussehen, ist noch in Ausarbeitung und hängt von weiteren Entscheiden des Bundesrates ab.

Von den Touristen profitiert die ganze Region, deren Aushängeschilder Stefanie Vögele und die Zurzibieter Torte sind. Bei deren Zubereitung am Pressetermin diese Woche schaute Bäckermeister Ruedi Alt der Tennispielerin über die Schultern. Den Erfinder der Torte hat die Coronakrise nicht so stark getroffen wie andere. Zwar musste er die Cafés an seinen drei Standorten in Endingen und Ehrendingen schliessen. Aber: «Da mehr Brot gegessen wird und Ostern super lief, sind wir mit einem blauen Auge davon gekommen», so Alt.

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