Wahl

«Fasnachts-Claude» wird Zurzacher des Jahres – und vergiesst Tränen der Rührung

Der künstlerische Direktor des Zurzacher Fasnachtskomitees «Fläckegeischter», Claude Ardin, wird zum «Zurzacher des Jahres» gewählt.

Es war ein klarer Fall: Claude Ardin, «Le Chefkünstler mit Fasnachtsblut», vereinigte über die Hälfte der 1532 abgegebenen Stimmen auf sich – und stand damit als «Zurzacher des Jahres 2020» fest. Bei der Siegerehrung im Gemeindezentrum Langwies vergoss der 71-Jährige Tränen der Rührung. Nicht zuletzt auch wegen des Dudelsack-Ständchens, das für den bekennenden Schottlandfan zum Besten gegeben wurde.

Claude Ardin alias «Fasnachts-Claude» stammt ursprünglich aus Genf und zog wegen der Liebe zu seiner Frau Monika Anfang der 80er-Jahre nach Bad Zurzach. Bis zur seiner Pensionierung im Jahr 2013 war er drei Jahrzehnte als Mess-Assistent des Nachführungs-Geometers im Kreis Zurzach tätig. Seit rund 15 Jahren engagiert sich Claude Ardin im Fasnachtskomitee «Fläckegeischter», das alljährlich das mehrtägige Fasnachtstreiben in Bad Zurzach organisiert.

«Fasnachts-Claude» wird Zurzacher des Jahres

Claude Ardin wird mit Dudelsackmusik gefeiert.

 

Dieses Jahr steht die Fasnacht unter dem Motto «Zäme Starch». Auch dazu hat Claude Ardin die passende Sponsorenplakette entworfen. Und wie immer hat er von den für den «Zurzacher des Jahres» nominierten Kandidaten eine Karikatur angefertigt – denn sein ursprünglich erlernter Beruf ist Kirchenmaler. Die Bilder wurden im Anschluss an die Wahl versteigert. Der Erlös von 1950 Franken geht diesmal an den Verein «Offene Kinder- und Jugendarbeit Zurzach».

Erste «ZdJ»-Wahl fand vor knapp 40 Jahren statt

«Fläckegeischt»-Mitglied Oliver Blum interviewte die fünf Kandidierenden im Saal. Auf der Bühne moderierten die «Fleckenfrauen» Daniela Graf sowie Jasmine Baldinger mit Unterstützung des Schnitzelbanktrios «Schwöschtere». Die Guggenmusikformation «Sänklochfäger» aus Rietheim umrahmten den Anlass traditionsgemäss mit ihren kakofonischen Klängen. Die vier weiteren Kandidierenden für den «Zurzacher des Jahres» nahmen ihre Nicht-Wahl sportlich.

Nominiert waren Remo Böhler, «ein Melliker auf Abwegen», Christoph Häfliger, «der gewiefte Zahlenakrobat und Banklei(d)er», Denise (Niesli) Dietrich, «die Aktive mit Fronterfahrung» sowie Marco Mauchle, «der nette Schwiegersohn von nebenan».

Laut Clairette Meierhofer, Präsidentin des Fasnachtskomitees «Fläckegeischter», wurde 1982 der erste «Zurzacher des Jahres» gewählt. Vor rund 15 Jahren haben die «Fläckegeischter» die Organisation der Wahl von der Schnitzelbanktruppe «Morgemuffle» übernommen. Der Name des oder der neuen «ZdJ» wird jeweils auf dem Zepter eingraviert, das der Gewinner oder die Gewinnerin für die Dauer seines Amtsjahres erhält. Wie der Sieger oder die Siegerin sein, respektive ihr, Jahr gestaltet, steht jedem und jeder frei.

Der «ZdJ» des Jahres 2019, Sven Kunz, hat ein nach eigenen Angaben «volles Jahr» hinter sich. «Ich wollte vor allem das Gewerbe unterstützen», so der 35-Jährige. Er hat Gipfeli und Rosen verschenkt, beim Metzger Bratwürste grilliert, Rüeblitorten an die Feuerwehr und andere ehrenamtliche Funktionäre in der Gemeinde verteilt, hat den Kindergarten besucht und ist im Radio aufgetreten. Er sein nun froh, dass sein Jahr zu Ende sei, gab er zu. Wie Claude Ardin sein Jahr als «Zurzacher des Jahres 2020» gestalten wird, ist noch offen. Nach seiner Wahl genoss er erst einmal das Bad in der Menge und bedankte sich mit einem «Merci!» – und Freibier für den Rest des Abends.

Meistgesehen

Artboard 1