Klingnau

Farbtupfer im Städtchen: Dieser Laden setzt auf neues Geschäftsmodell – mit Erfolg

Sind stolz auf ihr kleines Reich: die Gründerinnen von «eiFACH so ...» Karin Graf und Sabine Pfister (von links).

An der Klingnauer Schattengasse verkaufen zwei Frauen in ihrem Laden «eiFACH so...» handgemachte Produkte – die Nachfrage ist riesig.

Das Konzept von «eiFACH so ...» ist so einfach wie originell: Herstellerinnen und Hersteller von handgemachten Produkten mieten im Laden ein kleines Regal für 50 Franken pro Monat und präsentieren darin ihre Ware. Die Palette reicht von gestrickten Socken und bestickten Handtüchern über Seife und Schmuck bis hin zu Süssigkeiten, Taschen und Babykleidern.

Dabei hat es Dinge wie Karten, Spiele oder Mitbringsel, die nur ein paar Franken kosten, aber auch Dekorationsgegenstände, die über 100 Franken teuer sind. «Wir achten auf einen guten Mix», erklärt Mitinhaberin Sabine Pfister aus Rietheim.

Dreizehn Personen warten zurzeit darauf, dass sie ihre handgemachten Kreationen bei «eiFACH so ...» zum Kauf anbieten können. Begehrt sind auch die Plätze im Postkartenständer und im Schaufenster. Während einige nur für zwei Monate ein Fach belegen, schliessen andere gleich Halbjahresverträge ab.

Die Nachfrage ist inzwischen riesig 

Die Produzentinnen und Produzenten sind altersmässig durchmischt und kommen aus der ganzen Schweiz. Dabei haben Sabine Pfister und ihre Geschäftspartnerin Karin Graf aus Gippingen nie gross Werbung gemacht. 

Anfangs haben sie auf Märkten Flyer verteilt und via Facebook ihr Zielpublikum zu erreichen versucht. Heute ist die Nachfrage riesig, wobei die meisten Interessenten via Mundpropaganda auf das Geschäft aufmerksam werden.

Konzept entdeckt und adaptiert

Dass ihr Geschäftsmodell zu einer derartigen Erfolgsgeschichte wird, hätten sich die Gründerinnen nie ausgemalt. Die beiden Frauen hatten zwar schon länger die Idee, einen Laden zu eröffnen. Darüber, was sie darin so alles verkaufen würden, hatten sie sich aber noch nicht allzu viele Gedanken gemacht.

Von einem Konzept waren sie weit entfernt, als sie Ende 2017 spontan den Mietvertrag für das Ladenlokal an der Schattengasse 43 in der Klingnauer Altstadt unterschrieben. In Österreich hatte Sabine Pfister einmal von einem «Fachl»-Laden gehört, in dem Hobbykünstler und Bastler ihre Produkte feilboten. Und da die Freundinnen selber schon länger Freude am Nähen und Basteln haben, entschieden sie sich dazu, dieses Modell zu adaptieren.

Sabine Pfister verkauft zudem im Laden ihre selbst genähten Taschen, Portemonnaies und Necessaires, Karin Graf konzentriert sich auf die Herstellung von Konfitüren, Sirup, Gewürzöl, Badesalz, Holzschildern und weiterem mehr. Zusätzlich kaufen sie bei Stiftungen, Institutionen und Schweizer Firmen originelle Artikel ein und verkaufen sie weiter.

Kreativkurse für Erwachsene und Kinder

Immer wieder entdecken sie dabei spannende Dinge, so zum Beispiel die Milchkannenlaternen von Lumière des Alpes oder die Trinkflaschen aus Glas und Silikon von Squireme. Ein weiteres Angebot von «eiFACH so ...» sind die Kreativkurse für Erwachsene und Kinder.

Bei Sabine Pfister können Taschen genäht werden, bei Karin Graf lernen die Teilnehmer Orimoto, das Falten von Büchern, oder sie bedrucken Schilder oder T-Shirts. Auf Weihnachten hin werden sie ebenfalls einige Bastelkurse ausschreiben.

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