«Der Hammer lag noch unter ihrem Kopfkissen. Francesca packte ihn und klammerte sich daran, als würde ihr Leben davon abhängen. Mit weit aufgerissenen Augen starrte sie zur angelehnten Zimmertür. Es war jemand im Haus...»

Schon nach den ersten vier Sätzen von Barbara Brosowskis Fantasy-Thriller «Therdeban – Du gehörst nicht in diese Welt» ist man mittendrin in der nervenaufreibenden Geschichte um die Protagonistin, die einen harten Überlebenskampf ausfechten muss, als sie ins Reich der menschenfressenden Katzenwesen entführt wird.

Über rund 450 Seiten geht die oftmals blutrünstige Handlung, die im zweiten Band «Therdeban - Du wirst nicht überleben» ihre haarsträubende Fortsetzung findet. Fürchterliche Kreaturen lauern Francesca auf und jagen sie durch bizarre Universen. Was für eine Frau steckt hinter den überbordenden Fantasien, die 2016 in einem dritten Band Platz finden, der noch düsterer als seine Vorgänger sein soll?

Kakaduwölfe und Spatzengreife

Barbara Brosowksi-Utzinger trägt Schwarz, als sie die Journalistin in ihrem Zurzacher Atelier Oechsli empfängt. Den asiatischen Einschlag hat sie von ihrer Mutter, einer philippinischen Sängerin, die den ortsansässigen Vater auf ihrer Schweizer Tournee kennenlernte.

«Ich bin ein richtiges Zurzacher Kind und betrachte mich als sehr geerdeter Mensch», beschreibt sich die Lehrerin für Bildnerisches Gestalten an der Swiss International School in Zürich-Wollishofen mit sanfter Stimme. Überbordend sei ihre Fantasie allerdings schon seit der Kindheit, erzählt die 33-Jährige und gesteht: «Manchmal wird es fast zu viel, und ich möchte sie abschalten.»

In ihrem Altstadt-Refugium an der Schwertgasse 10 gibt sie Malkurse und stellt ihre eigenen Bilder aus. Überall liegen zudem sorgfältig verzierte Skizzenbücher aus handgeschöpftem Papier herum, in die Brosowski ihre Fabelwesen hineinzeichnet – so, wie andere Tagebuch führen. Kakaduwölfe, Spatzengreife (Mischung aus Greifvogel und Spatz), Samtdrachen und Steinböcke mit fünf Hörnern springen einen beim Durchblättern geradezu an. Auch die Zeichnungen, mit denen die Therdeban-Trilogie illustriert ist, stammen aus ihrer Hand. Die Rezensionen zu ihren Erstlingswerken sind positiv. Sie werden als «rasant und von der ersten bis zur letzten Minute spannend» gelobt.

Jeden Tag eine Seite schreiben

«Die ersten zwei Therdeban-Bände schrieb ich in einem Rutsch», erzählt Barbara Brosowski-Utzinger und fügt hinzu: «Ich machte es mir zur Pflicht, jeden Tag eine Seite zu schreiben. Ohne diese Disziplin wäre ich nicht bis ans Ziel gekommen.»

Inspirieren liess sie sich mitunter von Survival-Filmen, Waldspaziergängen und Dokumentations-Filmen. «Auch Fantasy-Romane müssen sauber recherchiert sein, damit sie für den Leser packend sind», ist die Kunstschaffende überzeugt. Sie sprudelt nur so vor neuen Ideen und hat bereits zwei weitere Fantasy-Manuskripte in der Warteschleife. «Es geht um unsichtbare Welten, Nachtgötter und die Tochter eines Kryptozoologen, die sich in einen Wilderer verliebt», verrät die Schriftstellerin aus Bad Zurzach, von der man künftig sicher noch viel lesen wird.