Der Fahrplan ist klar. Bis 2022 müssen die beiden AKW Beznau vom Netz. Danach, so der Regierungrat in einem Antwortschreiben auf eine Interpellation von SP-Grossrat Martin Christen, beginnt die Nachbetriebsphase. Diese dauert rund fünf Jahre.

Während dieser Zeit werden die Vorbereitungen für die Stilllegung getroffen. Diese Arbeiten umfassen im Wesentlichen den Abtransport der Brennelemente, die Entsorgung schwach- und mittelradioaktiver Betriebsabfälle und die Ausserbetriebnahme nicht mehr benötigter Systeme, das Erstellen der Unterlagen zum Stilllegungsprojekt sowie das Erwirken der Stilllegungsverfügung des Departementes von Doris Leuthard.

Am Schluss wird alles abgerissen

Danach kann mit der eigentlichen Demontage begonnen werden. In einer ersten Phase werden dabei die kontaminierten Systeme und Anlageteile, in einer zweiten Phase die aktivierten Komponenten (inklusive Reaktordruckbehälter) und in der letzten Phase die Krananlagen und Systeme demontiert, die für den Rückbau der Komponenten in den ersten beiden Phasen benötigt wurden.

Danach werden die Gebäudestrukturen auf Radioaktivität untersucht. Sind - nach einer allfälligen Dekontamination - keine erhöhten Werte mehr zu messen, wird die Anlage vom UVEK aus dem Kernenergiegesetz entlassen und der konventionelle Abriss der verbleibenden Anlagebereiche kann erfolgen. Schliesslich kann der Standort anders genutzt werden. Die Nutzung des Geländes nach der Stilllegung ist aber noch nicht festgelegt.

15 bis 20 Jahre

Der Regierungsrat schätzt, dass die gesamte Stilllegung inklusive Nachbetriebsphase 15 bis 20 Jahre. Beim AKW Beznau geht man von 17 Jahren bis zur Wiederherstellung der «grünen Wiese» aus.

Dabei muss eine gigantische Menge von radioaktiv verseuchtem Material beseitigt werden. Laut Regierungsantwort dürften es bis zu 10'000 m3 sein.

Gross wird auch der Personalaufwand sein. Eine Studie geht von 3'236 Personenjahren aus. Die Stilllegungs- und Rückbauarbeiten werden dabei weitgehend von externen Spezialisten vorgenommen werden. (rsn)