Klingnau

«Es tat mir sehr weh»: Restaurant «Romantica» geht Konkurs – aber nicht wegen des Coronavirus

Die frühere «Warteck», die seit Jahren Restaurant Pizzeria Romantica heisst, ist seit Mitte März geschlossen.

Die frühere «Warteck», die seit Jahren Restaurant Pizzeria Romantica heisst, ist seit Mitte März geschlossen.

Die frühere «Warteck» ist die dritte Beiz in Klingnau, die innerhalb eines Jahres einen neuen Pächter sucht. Es sei für Gastrobetriebe schon vor der Corona-Pandemie schwierig gewesen, sagt die Liegenschaftsbesitzerin.

Eine Beiz nach der anderen sucht in Klingnau einen Nachfolger. Im vergangenen Jahr schlossen der «Rebstock» und der «Rosengarten». Während Letzterer noch immer auf einen neuen Pächter wartet, sucht der Wirt im ehemaligen «Rebstock», der neu «Zero Six» heisst, seit Februar einen Nachfolger für die Beiz − nach nur zwei Monaten.

Jetzt hat auch das Restaurant Pizzeria Romantica, das früher Warteck hiess, seine Tore geschlossen. Gegen die GmbH der Wirtin Leonita Uka wurde am 12. März der Konkurs eröffnet, wie der Konkursbeamte Roland Laube vom zuständigen Konkursamt in Brugg bestätigt.

Mitarbeiter wurden per sofort freigestellt

«Wir hatten vor, das Restaurant noch ein oder zwei Tage offen zu lassen, um die Vorräte aufzubrauchen», sagt Laube. Doch auf Grund der verschärften Massnahmen des Bundes zur Bekämpfung der Corona-Pandemie, welche letzte Woche die Schliessung der Restaurants zur Folge hatten, sei dies nicht mehr möglich gewesen.

«Das Personal wurde freigestellt und erhielt auf den nächsten gesetzlichen Termin die Kündigung», so Laube. Noch am selben Tag konnten sich die Mitarbeitenden wie bei einem Konkurs üblich auf dem regionalen Arbeitsvermittlungszentrum RAV anmelden.

«Dass ich die Pizzeria habe schliessen müssen, tat mir sehr weh“, sagt Wirtin Leonita Uka. «Der Entscheid fiel mir nicht leicht.» Aber die Zahl der Gäste habe stetig abgenommen. «Ich war kurz vor dem Bankrott, das ging so nicht mehr.» Insbesondere seit der Baustelle 2017, als das Städtli das historische Zentrum sanierte und dafür die Durchfahrt gesperrt wurde, sei es bergab gegangen.

«Davon haben wir uns nie erholt», sagt die 33-Jährige. Hinzukam, dass sie sich einer Operation hat unterziehen müssen. Das habe die Situation zusätzlich erschwert. «Ich möchte mich aber bei allen meinen Gästen bedanken, die mir in den vergangenen sieben Jahren bis zum Schluss treu waren.» Die Restaurantfachfrau mit Wirtepatent muss sich jetzt umschulen. «Ich werde eine Lehre anfangen, wahrscheinlich als Kauffrau im Tourismusbereich», sagt Leonita Uka.

Problem: Im Städtchen wenig Laufkundschaft

Dass das Restaurant habe schliessen müssen, sei bedauerlich, sagt Florian Zihlmann von der Liegenschaftsbesitzerin Zihlmann Verwaltungen AG in Koblenz. «Wir waren bereits mit verschiedenen möglichen Nachfolgern in Kontakt», ergänzt er. «Bis jetzt haben wir aber noch niemanden gefunden, der geeignet wäre, das Restaurant zu übernehmen.» Für die Gastrobetriebe sei es schon vor der Corona-Pandemie schwierig gewesen. «Die Konkurrenz in Klingnau und Umgebung ist gross», sagt Zihlmann. «Es gibt zahlreiche Restaurants, viele davon ebenfalls mit gutem Ruf.» Hinzu komme, dass es im Städtli nicht allzu viel Laufkundschaft habe.

Wenn sich kein neuer Pächter finden lässt, dann müsse man sich überlegen, wie die Liegenschaft anderweitig genutzt werden kann. Was aber schade wäre, denn die Zihlmann Verwaltungen AG habe bereits viel in die Sanierung der Liegenschaft und des Restaurants im Besonderen investiert, so Zihlmann. 

Weiterhin in Betrieb sind neben «Zero Six» (Rebstock) die Restaurants Picone und Engel, das Café Gfeller und das Elefanten Pub. Gleich neben dem Pub befindet sich das Grillhouse mit Take-away, das im 2019 auf das Take-away-Lokal «Very Good» folgte.

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