Zurzibiet

Erster mobiler Blitzer der Regionalpolizei ist im Einsatz – grosse Gemeinden drängten zum Kauf

Die neue Anlage steht diese Woche in Fisibach an der Bachserstrasse. Danach soll sie vermehrt an Hotspots im Bezirk installiert werden.

Die neue Anlage steht diese Woche in Fisibach an der Bachserstrasse. Danach soll sie vermehrt an Hotspots im Bezirk installiert werden.

Die Regionalpolizei Zurzibiet nahm am Montag in Fisibach ein semistationäres Verkehrsüberwachungsgerät in Betrieb.

Seit  Montag ist das erste, wie es im Fachjargon heisst, semistationäre Verkehrsüberwachungsgerät im Zurzibiet im Einsatz. Die Regionalpolizei (Repol) installierte es am Vormittag an der Grenze zum Kanton Zürich auf dem Gemeindegebiet von Fisibach an der Bachserstrasse. Die evaluierte Anlage sei auf dem neusten technischen Stand und mit einem aktiven Vandalenschutz samt Alarmfunktion versehen, schreibt die Repol in einer Medienmitteilung. Der mobile Blitzer soll in Fisibach eine Woche stehen bleiben, um ihn zu testen und um, wie es heisst, erste Erfahrungen zu sammeln.

Reinhard Scherrer, der Präsident des Führungsausschusses der Repol-Gemeinden im Zurzibiet und Klingnauer Stadtammann, ist erfreut, dass mit dem Gerät nun ein zusätzliches Messgerät für die Verkehrssicherheit zur Verfügung steht. Der Kauf erfolgte insbesondere auf Drängen der grossen Gemeinden im Bezirk und, weil in den vergangenen Jahren immer mehr Tempo-30-Zonen eingeführt wurden.

Aus der Bevölkerung hätten sich die Reklamationen bei Politik und Polizei wegen Schnellfahren in den Dörfern in diesen Zonen gehäuft, sagt Scherrer. Um wirksame Kontrollen durchführen zu können, hat das politische Gremium der Regionalpolizei deshalb beschlossen, den Blitzer anzuschaffen.

Die verkehrsberuhigenden Massnahmen in den 30er-Zonen bedeutet für die Regionalpolizei Zurzibiet indes einen Mehraufwand: Sie muss deren Wirksamkeit regelmässig überprüfen. Dies geschieht mit Geschwindigkeitskontrollen. Für die Verkehrsüberwachung innerorts sind im Kanton Aargau die Regionalpolizeien zuständig, ausserorts die Kantonspolizei.

Den mobilen Blitzer will die Repol nicht nur an Tempo-30-Zonen einsetzen, konkret an weiteren exponierten Streckenabschnitten. Das sei vor allem dort der Fall, «wo sich ein Geschwindigkeits- und erhöhter Lärmschwerpunkt bildet». Konkrete Orte nennt die Regionalpolizei nicht.

Nicht gekauft, um Gemeindekassen zu füllen

Gleiche Geräte sind in anderen Regionen des Kantons schon seit längerem im Einsatz. Im Raum Baden beispielsweise hat der Blitzer seinen Dienst bisher wirkungsvoll verrichtet. In und um die Stadt wurden im vergangenen Jahr rund 93 Temposünder pro Tag erwischt – in den Vorjahren blitzte es in der Region zwischen 30- und 38-mal täglich.

Die Zahl der Geschwindigkeitsbussen ist von 13'970 im Jahr 2018 auf 34'049 im Jahr 2019 angestiegen. Die hohe Zunahme der Bussen war insbesondere auf den Einsatz des neuen Messmittels zurückzuführen, so die Stadtpolizei Baden. Die Folge: Auch die Einnahmen aus Bussgeldern sind um fast eine Million Franken auf neu 3,57 Millionen Franken angestiegen. Inwieweit das neue Gerät zu Mehreinnahmen im Zurzibiet führen wird, lässt sich gemäss Reinhard Scherrer zum jetzigen Zeitpunkt nicht abschätzen. «Es gehe auch nicht darum, die Gemeindekassen zu füllen.» Die Beschaffung soll primär die Regionalpolizei personell in ihrer täglichen Arbeit entlasten.

Mit dem bereits bewährten Tempoinfogerät (Speedy), das hauptsächlich präventiven Charakter habe, wird die Regionalpolizei weiterhin Kontrollen durchführen. Dabei können Verkehrsteilnehmer an einem Gerät ablesen, mit welcher Geschwindigkeit sie gemessen wurden. Verschiedene Gemeinden haben ebenfalls solche Infogeräte angeschafft, um die Automobilistinnen und Automobilisten auf die aktuell gefahrene Geschwindigkeit zu sensibilisieren.

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