Vor zwei Jahren ergriff Gemeinderat Peter Lude die Initiative: Er setzte sich für ein Altersleitbild ein, zusammen mit der Pro Senectute und einer Arbeitsgruppe, bestehend aus Freiwilligen der Bevölkerung sowie Organisationen und Institutionen aus dem Alters-, Gesundheits- und Verwaltungsbereich. «Bad Zurzach soll ein attraktiver Wohnort für ältere Personen bleiben», sagte Peter Lude damals der az. Ein Ausbau hin zu einer 24-Stunden-Spitex, Pflegeplätze für Demenzkranke, Ausbesserung der Infrastruktur, Erneuerung des Alters- und Pflegezentrums sowie ein Ausbau des Psychiatriediensts sind die Ziele des Altersleitbilds.

Ein Jahr nach dessen Veröffentlichung zieht er nun eine erste Bilanz. Sind die kurzfristigen Ziele bereits umgesetzt? Peter Lude sagt: «Einige Erfolge konnten wir bereits verzeichnen.» Besonders freut er sich über die Gründung des Rats der Seniorinnen und Senioren. Der Wunsch danach sei 2011 bei der Bevölkerung entstanden. Heute ist der Rat eine aktive Gruppe von engagierten Personen. «Der Rat setzt sich für ein gutes Zusammenleben der Bewohner von Bad Zurzach ein», sagt Peter Lude. Das Mitorganisieren von Anlässen sei aber nicht die einzige Aufgabe des Rates. «Als beratendes Gremium hält er den Gemeinderat wach und weist ihn auf Probleme hin.»

Ausbau der Spitex hat begonnen

Ein weiteres Thema, mit dem sich der Rat der Seniorinnen und Senioren auseinandersetzt, ist die Verkehrssicherheit. So habe der Rat an einem kniffligen Strassenabschnitt eine Veranstaltung organisiert, um vor Ort die Fussgänger auf die Gefahren aufmerksam zu machen. «Davon profitiert schlussendlich die ganze Bevölkerung», sagt Peter Lude.

Eine weitere positive Entwicklung sei der begonnene Ausbau des Spitexdienstes. Zusammen mit der Spitex Döttingen bietet die Spitex Bad Zurzach heute einen regionalen Spätdienst an. «Es ist wichtig, vermehrt Hand in Hand zu arbeiten. Denn in Zukunft werden ältere Menschen länger zu Hause bleiben, als es früher üblich war», sagt Peter Lude. Dank der Spitex werde das vermehrt ermöglicht. Auch die Pflegehilfe für Menschen mit Demenz – im Eigenheim und stationär – bedürfe dringender Lösungen, denn die Zahl dieser Menschen steige. Doch: «Noch sind wir nicht so weit. Das Angebot muss definitiv ausgebaut werden.»

Wenn alle am selben Strick ziehen

Laut Peter Lude liege das Problem darin, dass noch nicht alle Beteiligten am selben Strick ziehen. «Es sind aber neue Bewegungen in Gang, um vorwärts zu kommen.» Ein solcher Schritt vorwärts sei die Entwicklung des hindernisfreien Wohnens. «Die Gemeinde rät jungen Menschen, die bauen wollen, dies bereits altersgerecht zu tun.»

Als gutes Vorbild unternahm die Gemeinde in öffentlichen Gebäuden wie dem Rathaus und der Schule bereits entsprechende Massnahmen. «Die Rückmeldungen zur Umsetzung des Altersleitbilds waren bis jetzt positiv», sagt Peter Lude. «Aber ich höre nicht alles.» Die Angst vor Überalterung der Bevölkerung sei in Bad Zurzach hie und da ein Thema. Er sieht in den Befürchtungen allerdings keine Gefahr. «Die älter werdende Bevölkerung zieht Dienstleistungen an, die auch andere Generationen nutzen.» Peter Lude ist zufrieden mit der bisherigen Entwicklung. «Wir sind auf dem richtigen Weg. Eigentlich müsse das Altersleitbild bereits wieder erneuert werden.»