Leuggern

Er schrieb – und hoffte, die Welt zu verändern

Von links: Schauspieler Albert Freuler, Margrit Rennhard mit dem Gedichtband ihres verstorbenen Mannes und Tochter Christine Rennhard.  PID

Von links: Schauspieler Albert Freuler, Margrit Rennhard mit dem Gedichtband ihres verstorbenen Mannes und Tochter Christine Rennhard. PID

Im Kirchspiel fand die Buchvernissage zum letzten Gedichtband des Publizisten Josef Rennhard statt. Der Publizist hätte dieses Jahr seinen 80. Geburtstag feiern können.

Der Platz war knapp am Sonntagmorgen im Pfarreizentrum Lupe in Leuggern. Verwandte, Weggefährten und Kollegen des im vergangenen Jahr verstorbenen Josef Rennhard strömten zur Lesung mit Buchvernissage, zu der die Stiftung St. Peter und Paul Leuggern eingeladen hatte.

«Mein Schreibtisch wird nicht aufgeräumt sein», stand als Vermerk über der Todesanzeige von Sepp Rennhard. Unaufgeräumt hiess aber nicht Unordnung. So war es möglich, dass der Gedichtband, der zum 75. Geburtstag Rennhards erscheinen sollte, nun posthum zu seinem Achtzigsten erscheint. Tochter Christine Rennhard hat die Gedichte ausgewählt und die Ergänzungen geliefert.

Mit dem Kirchspiel eng verbunden

Franz Keller-Spuler, Bad Zurzach, ging in einer Annäherung auf das Leben und Wirken von Sepp Rennhard ein. Auch als später erfolgreicher Chefredaktor, Publizist und Bildungspolitiker blieb die Verbindung mit dem Kirchspiel eng, wo Rennhard als junger Lehrer in Gippingen seine erste Lehrerstelle antrat. Das politische Engagement begann als Gemeindeammann in Leibstadt und führte über den Grossen Rat bis zur Regierungsratskandidatur.

Mit dem Bildungswesen blieb Josef Rennhand auch in seiner Zeit als Chefredaktor beim «Beobachter» verbunden. Als Schulblattredaktor, Inspektor und Verfasser von Lesebüchern war ihm die Muttersprache ein Anliegen. Seine letzte berufliche Verpflichtung als Ombudsmann bei der az Aargauer Zeitung brachte dann die harmonische Abrundung. Die Stelle als Mediator war ihm fachlich und menschlich auf den Leib geschnitten. Der Schauspieler Albert Freuler, Würenlos, las aus dem Band vor, in dem die Gedichte ihrem inneren Zusammenhang folgend, gegliedert sind. Verse, kurze Gedichte und längere Texten regen zum Schmunzeln oder Nachdenken an.

Im letzten Abschnitt mit dem Titel «Leben vergeht» begleiten Leserinnen und Leser Josef Rennhard auf dem Weg mit Krankheit und Spitalaufenthalt.

Bleibende Erinnerung

Als Wiederbegegnung mit einem leidenschaftlichen Schreiber und einem vielseitig interessierten Zeitgenossen, der als Lyriker jedem Wort einen Sinn zu geben wusste, der schreibend die Welt zu verändern hoffte, ist damit der letzte Gedichtband von Josef Rennhard zu einer bleibenden Erinnerung geworden.

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