Wie kann der Waldspielplatz in Endingen gerettet werden? Diese Frage beschäftigt die Menschen in der Surbtaler Gemeinde seit Tagen. Seit der Kanton vor einer Woche bekannt gegeben hat, dass die Anlage am Waldrand wegen Nichteinhalten gesetzlicher Auflagen spätestens Ende März nächsten Jahres abgebrochen werden soll, wird im Dorf fieberhaft nach einer Lösung gesucht. In einer Petition auf der Online-Plattform petitio.ch fordern mittlerweile 900 Personen einen Dialog zwischen Bevölkerung, Gemeinde und dem zuständigen Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU).

Inzwischen hat auch der Gemeinderat auf das grosse Echo reagiert. An seiner Sitzung beschloss er diese Woche, die Trägerschaft bei einer möglichen Weiterführung zu übernehmen. «Wir hatten die Trägerschaft eigentlich schon inne. Sie wurde nur nie schriftlich bestätigt und war somit in den Akten beim Kanton nicht vorliegend», sagt Ammann Ralf Werder. Man verfolge nach wie vor das Ziel, im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben eine für alle Seiten tragbare Lösung zu erarbeiten und den Ermessensspielraum auszuschöpfen.

Für die 900-Jahr-Feier erstellt

Nützliche Informationen für eine gesetzlich konforme Eingabe könnten die Endinger Behörden in Tegerfelden einholen. Keine zwei Kilometer vom «Flügerli- spielplatz» entfernt betreibt die Nachbargemeinde ihrerseits eine Anlage. Der Waldspielplatz «Chlopfspächt» wurde im Rahmen der 900-Jahr-Feier 2013 eingeweiht und erhielt eine temporäre Bewilligung über fünf Jahre. «Das Projekt in Tegerfelden dient als gutes Beispiel dafür, dass es möglich ist, den Wald ohne waldfremde Elemente als Spielplatz erlebbar zu machen», erklärt Felicitas Siebert, zuständige Abteilungsleiterin für Baubewilligungen beim BVU. Dies entspreche der Zielsetzung.

«Die Kinder kommen hier auf andere Ideen»

«Die Kinder kommen hier auf andere Ideen»

Sarah Schmid-Kienle (links) und Deborah Schneider (rechts) setzen sich für den Erhalt des Flügerlispielplatzes ein, im Video-Interview sagen sie, warum und was das gebracht hat.

Gespräch mit Kanton geplant

In Tegerfelden ist man gewillt, den Spielplatz auch nach Ablauf der Bewilligung weiterzubetreiben, wie die verantwortliche Gemeinderätin Karin Wiedemeier bestätigt. Mit der «IG Mitenand» verfügt man im Dorf über die notwendige Trägerschaft. Das BVU hat für eine Weiterführung bereits grünes Licht signalisiert. Weil an der Anlage seit ihrem Bestehen nichts verändert worden ist, darf der Spielplatz «Chlopfspächt» nach einer Prüfung gemäss Felicitas Siebert unbefristet weiterbetrieben werden.

In Endingen bereitet man derweil die nächsten Schritte vor: Ralf Werder hofft, dass es nun zeitnah zu einem Gespräch mit dem Kanton kommen wird. Und am kommenden Freitag soll die Bevölkerung an der Gemeindeversammlung erstmals ausführlich informiert werden.