„Wir haben uns die Anlage auf der Bezirksschule in Endingen angeschaut und fanden, dass wir in Lengnau auch so etwas haben wollen", sagte Präsidentin Erika Elsässer bei ihrer Ansprache. Nachdem vor zehn Jahren bereits ein Projekt auf der Turnhalle Rietwiese gebaut worden ist, machten sich die Genossenschafter auf die Suche nach einem geeigneten Gebäude. Bald wurden sie in Unterlengnau fündig: Mit dem Werkhof, dem früheren Feuerwehrmagazin, stand ein ideales Gebäude bereit. „Die Gemeindebehörden liessen sich schnell begeistern und die zuständige Gemeinderätin, Martina Frei, hat sich mächtig ins Zeug gelegt!" lobte Elsässer.

20 Einfamilienhäuser werden versorgt

Nachdem zuerst eine Anlage mit 60 Kilowatt Leistung geplant war, wurde diese noch optimiert und die Leistung auf 99 KW erhöht. Dies nicht zuletzt, weil die Finanzierung sehr erfolgreich war und 38 Personen Geld in die Anlage investieren wollten. Mit der erwarteten Jahresproduktion von 100'000 Kilowattstunden kann der Bedarf von gut 20 Einfamilienhäuser gedeckt werden. Nach dem Baustart Mitte Januar wurden Mitte Februar die ersten der insgesamt 303 Solarpanels auf dem Dach sowie an der Fassade montiert.

Verteilt sind die Panels auf sechs Blöcke, deren Ertrag jeweils von einem separaten Wechselrichter in netzkonformen Strom umgewandelt wird. „Fällt einer der Wechselrichter aus, ist nur ein Teil des Stroms verloren", erklärte der Solarfachmann Geri Laube, der die Anlage montiert hat. Ein einziger Wechselrichter für die ganze Anlage wäre zudem sehr schwer und schwieriger auszuwechseln. Seit dem 1. März ist die Anlage nun in Betrieb und liefert Strom ans Netz.

Ökologie und Ökonomie im Einklang

Bei der Einweihungsfeier kamen auch Grossrätin Astrid Andermatt, vom Vorstand der SOLE, sowie Gemeindeammann Kurt Schmid zu Wort. Den grössten Applaus erhielt der prominenteste Gast: Ständerätin Pascale Bruderer sprach in ihrem Grusswort davon, dass sich ökologische Ziele mit ökonomischen Zielen wunderbar vereinigen. Man habe lange Zeit zu wenig berücksichtigt, dass ökologisch sinnvolle Projekte wie Fotovoltaikanlagen auch volkswirtschaftlichen Nutzen bringen und Arbeitsplätze schaffen.

Im Zusammenhang mit dem Ausstieg aus der Atomenergie gab sie zu bedenken, dass man vor der Herausforderung stehe, die Infrastruktur anzupassen um die Stromversorgung mit einem grösseren Anteil erneuerbarer Energie sicherstellen zu können.
Symbolisch für die 303 Solarpanels liessen die zahlreichen Besucher dann vor dem Werkhof 303 gelbe Ballons in die Luft steigen.

Pascale Bruderer SOLE 1197

Die Ansprache von Pascale Bruderer