Das Surbtal mit seinem regen Sportvereinsleben hat ein Problem: Es herrscht ein Mangel an Trainings- und Spielhallen. Um gemeinsam eine Lösung zu finden, hat sich die Arbeitsgruppe «Regionale Sporthalle» im Rahmen der «Perspektive Surbtal» der Sache angenommen. Nun zeigt sich: Der Hallenbedarf in den drei Gemeinden Lengnau, Endingen und Tegerfelden ist schlicht zu unterschiedlich, als dass man eine gemeinsame Lösung finden könnte. «Wir werden das Thema Sporthalle nicht als gemeinsames Perspektivenprojekt weiterverfolgen», sagt Peter Keller, Vizeammann von Endingen und Mitglied der Arbeitsgruppe «Regionale Sporthalle». «Nun wird jede Gemeinde für sich schauen, wie sie die individuellen Kapazitätsprobleme lösen kann.»

Endingen sucht dringend Lösung

In Endingen ist der Hallenbedarf am grössten – «Wegen des TV Endingen Handball, der unter miserablen Bedingungen trainieren muss», so der Vizeammann. «Die Handballer brauchen eine Dreifachturnhalle für ihr Training. Den genauen Bedarf klären wir derzeit ab.» Wenn man für den TV eine externe Lösung finde, gebe das in der Dorfturnhalle wieder freie Kapazitäten für die anderen Vereine.

Aber wohin mit den Handballern? Eine Möglichkeit ist laut Keller nach wie vor die geplante GoEasy-Sporthalle bei Siggenthal-Station, auf Boden der Untersiggenthaler Ortsbürger (az berichtete). Das Umbau-Gesuch für die ehemalige Gokart-Halle in einen Sporthallen-Komplex ist hängig. «Das Projekt ist grundsätzlich interessant», sagt Keller. «Aber noch sind Fragen offen – etwa, ob sich die Gemeinde bei diesem privaten Projekt engagieren soll – und falls ja, in welchem Umfang das politisch tragbar ist.» Keller räumt ein: «Das GoEasy wäre zeitlich gesehen die beste Variante. Alle anderen angedachten Hallenprojekte in der Region sind in einem derart frühen Planungsstadium, dass es mehrere Jahre dauern wird, sie zu realisieren – wenn überhaupt.» Sicher ist: Ohne ein Ja der Gemeindeversammlung wird es nicht gehen. Neben Mietlösungen sind laut Keller auch kombinierte Miet-/Beteiligungsmodelle denkbar. «Falls wir tatsächlich mit ‹GoEasy› zusammen etwas auf die Beine stellen können, wäre dies mit einer mehrjährigen finanziellen Verpflichtung verbunden. Darüber werden die Stimmbürger entscheiden können.» Ob das Geschäft bereits an der nächsten Gmeind vom 19. Juni beschlussfähig sein werde, könne man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen.

In Lengnau ist Lage nicht prekär

Lengnau hat den Hallenbedarf mit dem Sportverein SVL eruriert. «Wir brauchen für etwa einen Abend pro Woche und teilweise für Turniere am Wochenende eine externe Lösung», sagt Ammann Franz Bertschi. Die Lage sei nicht so prekär wie in Endingen, aber insbesondere für Unihockey-Mannschaft fehle eine geeignete Halle für grössere Anlässe. Auch die Lengnauer orientieren sich in Richtung GoEasy: Zunächst sei entweder ein Investitionsbeitrag plus Mietzahlungen, oder aber nur eine reine Mietlösung ohne Beteiligung im Gemeinderat diskutiert worden, sagt der Ammann. «Wir haben uns entschieden, lediglich eine Mietlösung in Betracht zu ziehen.» Man werde sich demnächst mit den GoEasy-Verantwortlichen treffen und die Konditionen prüfen. «Der Sportverein hat in Aussicht gestellt, sich finanziell an einer Mietlösung zu beteiligen», hält Bertschi fest. Er weist darauf hin, dass der Gemeinderat Lengnau auch von den Initianten der angedachten Sporthalle in Ehrendingen kontaktiert worden sei. «Dort ist eine Beteiligung zwar grundsätzlich auch denkbar», so Bertschi. «Allerdings dürfte es mehrere Jahre dauern, bis dieses Projekt realisiert ist. Wir hätten jedoch gerne möglichst bald eine Lösung, deshalb hat für uns die GoEasy-Halle erste Priorität.» Auch in Lengnau wird die Gemeindeversammlung das letzte Wort haben.

Im Gegensatz zu Endingen und Lengnau muss sich die Gemeinde Tegerfelden derzeit nicht um das Thema Sporthalle kümmern. Aktuell bestehe im Dorf kein Bedarf an zusätzlicher Hallenkapazität, sagt Gemeinderat Marius Erdin. Die Ist-Situation sei ausreichend.