Koblenz-Waldshut

Einkaufstouristen sorgten für langen Stau vor Grenzübergang – bis zu 40 Minuten Wartezeit

Wer über die Grenze in Koblenz nach Waldshut will, muss sich gedulden. (Symbolbild)

Wer über die Grenze in Koblenz nach Waldshut will, muss sich gedulden. (Symbolbild)

Die einen fahren über die Auffahrtstage Richtung Süden und stehen vor dem Gotthard im Stau. Andere fuhren am Freitag zum Einkaufen nach Deutschland – mit Folgen. 

Seit 9 Uhr standen die Fahrzeuge auf der Kantonsstrasse zwischen dem Grenzort Koblenz und dem benachbarten Klingnau im Stau, wie ein Klingnauer Anwohner auf Facebook schrieb. Um 11.45 Uhr reichte die Stauschlange mit über 4 Kilometern Länge bis nach Klingnau. Kurz nach 15 Uhr betrug die Wartezeit laut Google Maps 30 Minuten, bei einer Staulänge von rund 3 Kilometern. Um 17 Uhr waren es noch 2 Kilometer. Um 18.45 Uhr lag keine Verkehrsbehinderung mehr vor. 

Die Rheinbrücke am Grenzübergang Koblenz-Waldshut ist als Nadelöhr bekannt. In den letzten zehn Jahren wurde immer wieder der Ruf nach einer zweiten Grenzbrücke laut, um die Stauproblematik, auch auf deutscher Seite, zu entschärfen. Ein Bauprojekt mit Massnahmen auf beiden Seiten, etwa einem Kreisel in Koblenz, hat nicht die erhoffte Wirkung erzielt. 

1000 Lastwagen täglich

Über 12'000 Fahrzeuge queren täglich die Grenze, darunter sind viele Grenzgänger aus Deutschland, die morgens in die Schweiz zur Arbeit und abends zurück nach Hause fahren. Darunter sind auch 1000 Lastwagen. 

Koblenz ist der einzige grosse Grenzübergang der Schweiz, der an einer Kantonsstrasse liegt. Alle anderen – notabene mit einem ähnlichen Verkehrsaufkommen – befinden sich an einer Autobahn oder Autostrasse. Die Gemeinde war wegen des Staus und Verkehrslärms beim Kanton für eine Abgeltung vorstellig geworden. Der verwies an den Bund. Der Glarner BDP-Nationalrat Martin Landolt, auch Präsident seiner Partei, nahm das Anliegen mit einem Vorstoss in Bundesbern auf. Doch der Bund wollte, wie sich in der Antwort zeigte, kein Stück vom Kuchen der über 300 Millionen Franken hohen Zolleinnahmen abgeben. 

Die Argumentation: Bei den Zolleinnahmen sehe die Bundesverfassung keine Entschädigung der Kantone vor. Einen Drittel der Einnahmen aus der Schwerverkehrsabgabe überweise der Bund aber an die Kantone. 2014 waren dies 484 Millionen Franken. Der Bund sah deshalb die Kantone in der Pflicht, allfällige Entschädigungen an die Gemeinden zu regeln.

Auf deutscher Seite des Grenzübergangs sorgen Lastwagen, die auf dem Waldshuter Zollhof im Gewerbepark Hochrhein abgefertigt werden, für Stau. Als der Zollhof 2011 eröffnet wurde, ging man von rund 640 Lastern aus, die täglich abgefertigt werden. Vor einem Jahr waren es laut dem "Südkurier" schon fast doppelt so viele. Anders als hier können an den Grenzübergangen in Laufenburg und Bad Zurzach-Rheinheim keine Lastwagen abgefertigt werden. 

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