Karl Albiez und seine Frau Nelly machen den Anfang. Sie treffen auf die Sekunde genau um 17 Uhr beim Lengnauer Volg-Laden ein und sind gespannt, was sie im Laufe der nächsten anderthalb Stunden im Rahmen der Aktion «Gemeinden im Mittelpunkt» erwartet. Ein herzliches «Willkommen» von Volg-Regional-Verkaufsleiter Thomas Trinkler, ein Glas Chardonnay vom «Chürzi»-Hang in Lengnau - und schon wird Karl Albiez die Frage gestellt, in welchem Verhältnis er zum Lengnauer Volg-Laden stehe.

Bevor der Künstler eine Antwort geben kann, springt seine Frau Nelly ein und erzählt folgende Geschichte: Nach seiner Pension übernahm Karl Albiez Hausmann-Aufgaben, darunter auch das Kochen. Bei seinen ersten Gehversuchen griff Karl Albiez zu einer List: Er nahm das Rezept mit in den Volg und bat eine der Verkäuferinnen, sie solle doch bitte alles in einen Korb legen, was er für dieses Menü benötige.

Kundenfreundlicher Laden

Offenbar klappte alles bestens. Nelly Albiez schmeckte das Essen hervorragend und Hausmann Karl Albiez sieht sich in seiner Ansicht bestätigt, dass der Lengnauer Volg der kundenfreundlichste Laden weit und breit ist. Selten bis gar nie besucht Gerichtspräsident Cyrill Kramer - ein waschechter Lengnauer - den Volg. Allerdings liefert er eine gute Begründung für sein Ausbleiben: «Meine Frau ist fürs Einkaufen zuständig. Ich besorge den Garten. Das erklärt, weshalb ich begeisterter Landi-Kunde bin und mich weniger im Volg blicken lasse.»

Für Marie-Theres Bertschi ist der Volg eine sehr wichtige Institution. Die Frau des Vizeammanns kauft im Volg ein, «weil der Laden nur erhalten werden kann, wenn er genügend Umsatz erzielt». Ausserdem treffe sie immer jemanden, mit dem sie einen kurzen Schwatz abhalten könne. Apropos Kontakte: Martin Rupf, Regionalressortleiter bei der az Aargauer Zeitung, die zusammen mit Volg die Aktion ins Leben rief, forderte in seiner Ansprache zwischen Weisswein und Häppchen die Leserinnen und Leser auf, den Kontakt zur Redaktion über Telefonanrufe, Zuschriften und Leserbriefe zu suchen. «Wenn immer Sie etwas beschäftigt: Wir haben ein offenes Ohr für Ihr Anliegen.» Genauso wie die Volg-Angestellten, könnte man anfügen.