Vor zwei Jahren ist Kurt Fischer als Vizeammann von Rümikon abgewählt worden. Vorausgegangen war eine wüste Auseinandersetzung mit Leserbriefen und mit diffamierenden Flugblättern. Nun kandidiert Kurt Fischer erneut als Gemeinderat und gleichzeitig auch als Vizeammann. Und wieder gehen in Rümikon die Wogen hoch.

In einem Leserbrief hält Ernst Bloch dem Gemeinderats-Kandidaten vor, er habe aus seiner Niederlage vor zwei Jahren nichts gelernt und könne nicht erkennen, dass die Zeit der selbstherrlichen Dorfkönige vorbei sei. Durch Fischers Ignoranz und Intoleranz sei das Dorf am Rhein in seinen Zukunftsaussichten für Jahrzehnte blockiert gewesen. Dies habe sich durch die Abwahl Kurt Fischers zum Besseren verändert.

Am 11. März steht der zweite Wahlgang der Gemeinderats- und Vizeammannwahl an. Beim ersten Wahlgang hatte Kurt Fischer die Wahl um eine einzige Stimme verpasst.

Herr Fischer. Was bringt Sie dazu, nach den unschönen Ereignissen vor zwei Jahren einen neuen Anlauf für die Wahl in den Gemeinderat zu nehmen?

Kurt Fischer: Motiviert haben mich die vielen Anfragen aus der Bevölkerung, ob ich nicht wieder im Gemeinderat tätig sein möchte. Daneben interessiere ich mich weiterhin stark für das Geschehen im Dorf. Auch möchte ich mein über mehrere Jahre im Rümiker Gemeinderat erworbenes Fachwissen für die Allgemeinheit einsetzen.

Gehen wir davon aus, dass Sie gewählt werden. Glauben Sie, dass eine gute Zusammenarbeit mit dem jetzigen Gemeinderat möglich ist?

Von meiner Seite sollte die Zusammenarbeit funktionieren. Wer im Gemeinderat ist, muss das Interesse der Bevölkerung in den Vordergrund stellen und Persönliches beiseitelassen. Das war aber schon in den 12 Jahren meiner Gemeinderatstätigkeit so. Ich habe in der Vergangenheit in Gemeinderat, Kommissionen und Vorständen mit vielen Leuten zusammengearbeitet und nie Probleme gehabt. Wenn beide Seiten guten Willen zeigen, sollte ein gut funktionierender Gemeinderat kein Problem sein.

Heisst das, dass Sie die Ereignisse vor zwei Jahren abgehakt haben?

Was vor zwei Jahren war, ist Vergangenheit und sollte nun keine Rolle mehr spielen. Vielleicht haben sich in der Zwischenzeit ja auch die einen oder anderen Dinge verändert.

Haben Sie sich verändert und die Lehren aus der Abwahl gezogen?

Wer mehrere Jahre in einem Gemeinderat mitarbeitet, macht zwangsläufig den einen oder anderen Fehler. Es wäre tragisch, wenn jemand von sich behaupten würde, keine Fehler zu machen. Wichtig ist mir, zum Wohl der Gemeinde und der Bevölkerung zu politisieren.

Haben Sie die Mehrheit der Bevölkerung hinter sich?

Eine Mehrheit weiss ich erst hinter mir, wenn ich am 11. März in den Gemeinderat gewählt werde.

Ihr Kommentar zu den kürzlich erschienenen Leserbriefen?

Zum Leserbrief des noch amtierenden Vizeammanns Corrado Brunelli möchte ich mich nicht äussern. Zum Leserbrief von Ernst Bloch nur so viel: Dass jetzt eine grosse Überbauung realisiert werden kann, wurde durch umfangreiche Vorarbeiten ermöglicht. Und an diesen Vorarbeiten war ich als Gemeinderat und als Vizeammann massgeblich beteiligt. Als Dorfkönig sehe ich mich überhaupt nicht.

Erklären Sie bitte.

Dieser Ausdruck ist an den Haaren herbeigezogen. In einem Gemeinderat ist es unmöglich, als Dorfkönig aufzutreten, weil stets die Mehrheit entscheidet. Dass Rümikon wegen Intoleranz blockiert gewesen sein soll, kann nicht stimmen. Würde dies den Tatsachen entsprechen, müsste es auch heute noch Stillstand geben. Aber das Gegenteil ist der Fall. Nochmals: Die Bauprojekte und die Umgestaltung der Dorfeinfahrten, die Umlegung der Bäche und das Hochwasserschutzprojekt hatten eine lange Vorlaufzeit und wurden vom vorherigen Gemeinderat aufgegleist.

In einem Flugblatt wird Ihnen attestiert, Sie seien offen für Diskussionen gegenüber anderen Meinungen, Kritiken und Ideen. Leserbriefschreiber Ernst Bloch stellt dies in Abrede. Wer hat recht?

Wäre ich intolerant und nicht offen gegenüber anderen Meinungen, dann hätte ich nicht Vizeammann, Feuerwehrkommandant und Vorstandsmitglied in mehreren Vereinen sein können. Ich habe das Gefühl, es wird etwas gesucht, um mich niederzumachen.