Bad Zurzach

Eine Ausstellung für die der Mauritiushof wie geschaffen ist

Martin Stützle zeigt im Mauritiushof seine künstlerische Vielfalt mit Holzskulpturen, Landschaftsbildern und Installationsfotografien.  ZVG

Martin Stützle zeigt im Mauritiushof seine künstlerische Vielfalt mit Holzskulpturen, Landschaftsbildern und Installationsfotografien. ZVG

Ausstellung des Glarner Künstlers Martin Stützle in der Galerie Mauritiushof. Der Künstler aus Ennenda bezeichnet seine Ausstellung als «Lichtwechsel», der sich in drei Teile gliedern lässt.

Für eine derartige künstlerische Vielfalt mit Holzskulpturen, Landschaftsbildern und Installationsfotografien ist der Mauritiushof mit drei aneinandergereihten Räumen wie geschaffen. Der in Zürich lebende Entlebucher Daniel Näf führte die Vernissagebesucher von Raum zu Raum.

Eichholztrog symbolisiert Vergangenheit

Kunsthistoriker Näf wandte sich nicht primär der Kunst zu. Er lud die Zuhörerinnen und Zuhörer in den Raum ein, in dem sich im Zentrum zwei Holzplastiken präsentieren, die die handwerkliche Arbeit Stützles repräsentieren. Ein Eichenholztrog von beachtlichen Ausmassen, der die Vergangenheit symbolisiert, wurde nicht etwa wie bei früheren Brunnentrögen ausgebrochen, sondern durch seitliche und vertikale Tiefschnitte mit der Kettensäge ausgehoben. Angefüllt sind sie mit Schieferfragmenten, gleich Karteikarten, um das Vergängliche noch intensiver zu untermalen.

Das zweite grosse Holzelement in diesem Raum, ein massiger, ausgehöhlter Sockel mit einem schweren Deckel symbolisiert die unsichtbare Zukunft. Verschiedene farbige Aquarelle und lavierte Tuschezeichnungen, die von Bergen, Dörfern, Seen und Meeren erzählen, vermitteln dem Raum eine ganz besondere Stimmung.

Im zweiten Raum wird dem Besucher die Technik des Druckens anschaulich erklärt, unter anderem die Herstellung von Kaltnadel-Radierungen im Tiefdruckverfahren sowie Monotypien. Anhand einer Kupferdruckplatte erfährt man etwas über die aufwändigen Schritte, die für die Herstellung eines Blattes notwendig sind.

Meister der Installationskunst

Im dritten Raum zeigt sich Martin Stützle als Meister der Installationskunst. Dank seiner hervorragenden Fotografiertechnik kann der Besucher diese künstlerischen Events nachvollziehen. Hier arbeitet er mit Textilien und Holzelementen. Die vergänglichen Windskulpturen, die er in Schweden, in Deutschland, in Korea und auch in der Schweiz geschaffen hat, haben ihm den Ruf eines Landschaftsdramaturgen eingetragen. Eine umfassende Würdigung dieses vielseitigen Künstlers ist in einem 2003 erschienenen Buch festgehalten.

Daniel Näf beschreibt Stützle als Guerillakünstler, der sich in verfallende Gebäude, Fabriken und Garagen einschleicht, seine Installationen kreiert, sie fotografisch festhält und den Ort dann rasch wieder verlässt. Zum Schluss beschrieb Kunsthistoriker Näf die Arbeiten des Steinmetz Stützle als Skulpturen, die zum Anfassen, Betasten und Berühren verleiten und auch da im Betrachter Nachhaltigkeit auslösen.

Die Ausstellung des Glarner Künstlers Martin Stützle zeigt auf anschauliche Weise, wie sehr Künstler und Betrachter aufeinander angewiesen sind, wie Emotionen ausgelöst werden und wie Bewegung stattfindet.

Die Ausstellung ist bis 29. Mai zu sehen und ist täglich – ausser am Montag – von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

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