Kleindöttingen

Eine alleinerziehende Mutter hilft Familien in Notlagen

Interview mit Manuela Nef, Präsidentin des Vereins helki

Interview mit Manuela Nef, Präsidentin des Vereins helki

«Als alleinerziehende Mutter einer zweijährigen Tochter hätte ich mir oft mehr Unterstützung gewünscht», sagt Manuela Nef. Um anderen Familien in der gleichen Situation zu helfen, gründete die 24-Jährige im Februar den Verein Helki (Hilfe Eltern Kind).

Der Verein helki richtet sich an Eltern aus dem Aargau, die in Not sind und selbst keinen Ausweg aus ihrer Situation finden. «In erster Linie helfen wir durch Materialspenden», sagt Nef. Dafür sammelt sie Kleider, Möbel und Spielsachen. «Der ganze Keller ist bereits voll.»

Die Spenden kommen von Kleiderbörsen, Firmen und Privatpersonen. «Die meisten Spender kenne ich nicht persönlich. Die Nachricht über den Verein Helki hat sich schon herumgesprochen», erzählt Nef stolz. Ausserdem bietet die junge Mutter eine Telefonberatung an und vermittelt hilfesuchende Familien an die zuständigen Fachstellen.

Nicht nur positive Reaktionen

Beruflich hat die Präsidentin des Vereins keine Erfahrung als Führungsperson. «Da ich alleinerziehend bin und 40 Prozent im Büro arbeite, muss ich viel organisieren. So habe ich mein Talent in diesem Bereich entdeckt. Dieses wollte ich auch zum Wohle anderer nutzen.» Dabei stellte sie fest: «Einen Verein zu gründen ist nicht schwierig. Einen Verein zu führen, der funktioniert, hingegen schon.»

Die Arbeit für Helki erledigt Nef in ihrer Freizeit. «Der Zeitaufwand ist sehr gross», sagt sie. Lohn für ihren Einsatz sei die Freude der Kinder, denen sie helfen kann. «Bisher konnte ich rund 20 Familien unterstützen.» In Zukunft möchte sie den Verein vergrössern, um weiteren Familien helfen zu können. Im Moment sucht sie Sponsoren und Mitglieder.

Dabei stösst sie nicht nur auf positive Reaktionen. «Einige Verwandte haben sich von mir abgewendet. Sie finden, dass ich mehr arbeiten soll, anstatt mich für Fremde einzusetzen. Doch diejenigen, die das sagen, wissen nicht, wie es ist, als Familie auf Hilfe angewiesen zu sein.»

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