«Es gibt keine heissen Börsentipps, sondern höchstens lauwarme oder ganz kalte», rief Tashi Gumbatshang, Leiter Kompetenzzentrum Fachberatung bei Raiffeisen Schweiz, in den Saal der Schulanlage Würenlinger Weissenstein. Dort sassen rund 600 Genossenschafterinnen und Genossenschafter der Zurzibieter Raiffeisenbanken (siehe Tabelle Halbjahresabschlüsse unten).

Was folgte, war eine lebendige Abhandlung über das instinktive und nicht unbedingt rationale Verhalten des Anlegers. «Die Welt ist so verrückt, dass bei schlechten Wirtschaftsnachrichten die Börse steigt», stellte Gumbatshang fest. Das hänge damit zusammen, dass sich das menschliche Gehirn in einer Umwelt entwickelte, als der Mensch noch von Raubtieren bedroht war. Deshalb lebe der Mensch mit latenter Angst und denke nicht objektiv: «Wir sind auf negative Nachrichten sensibilisiert.» Als Gegenmittel empfahl er eine Informationsdiät: «Sie wird ihnen so gut tun wie eine Essensdiät.» Die langfristigen Entwicklungen sollten beachtet werden. Er zeigte mit Tabellen, dass Aktien durchaus ein Anlageobjekt sein können. Die Behauptung, Aktien seien zurzeit zu teuer, treffe nicht unbedingt zu. Folglich gab er den Gästen einen Rat mit auf den Weg: «Lassen sie sich beim Anlegen nicht von kurzfristigen Emotionen leiten.»

Fressen und gefressen werden

«Der Zolli ist eine grüne Oase, umgeben von Häusern, Strassen und Eisenbahn, in der über 619 Tierarten leben», stellte Olivier Pagan, Direktor des Zolli Basel, seine Institution vor. Der Zoo muss vier Hauptfunktionen erfüllen: Erholung, Bildung, Forschung und Naturschutz. «Unser wichtigstes Angebot ist die Erholung.» Dafür sei eine schöne Parkanlage und eine gute Tierhaltung Voraussetzung: «Wir wollen das Tier in seinem Lebensraum zeigen, die Besucher sollen die Tiere erleben, wie sie sind.» Als Beispiel für diese Denkweise erwähnt er die neu entstehende Elefantenanlage. Sie wird von 2000 auf rund 8000 Quadratmeter vergrössert. Naturnahes leben bedeutet aber auch, dass der Nahrungskreislauf mit «Fressen und gefressen werden» dargestellt wird. «Unsere Raubtiere fressen Fleisch und man darf sehen, dass es Tiere sind.»

Wir sind die Grössten im Zoo Basel!

Giraffen im Zolli

Wir sind die Grössten im Zoo Basel!

Um die Gesundheit der Tiere zu erhalten, müssen diese regelmässig untersucht werden. Dabei war die Blutabnahme bei Giraffen ein für das Tier gefährlicher Eingriff. Jetzt hat der Zolli die Idee eines Doktoranden umgesetzt. Eine kleine Wanze wird auf die Giraffe gesetzt, diese saugt sich mit Blut des Tieres voll, das dann untersucht wird. Eine für alle ungefährliche Methode. Einzig die Wanze hat einen Nachteil in Kauf zu nehmen: Damit sie nicht verschwinden kann, wird ein feiner Faden an eines ihrer Beine geknüpft.

Naturschutz betreibt der Zolli auch im indischen Assam. «Wir unterstützen einen Nationalpark, in dem Panzernashörner leben.» Finanziert wird dies mit dem Naturschutzfranken. Das ist ein Betrag, der freiwillig auf dem Eintrittsgeld erhoben wird. «Über 90 Prozent unserer Besucher zahlen ihn.» Unter dem Titel «Basel liegt am Meer» erläuterte Pagan das Projekt Ozeanium. In einer grossen Anlage soll ab 2021 das Meer als Ökosystem dargestellt werden.

Honorar für Zebra-Patenschaft

Zu guter Letzt verriet Pagan auch das Geheimnis der 28'411 Paten: Für sein Referentenhonorar übernehmen die vier Raiffeisenbanken mit ihren 28 411 Mitgliedern die Patenschaft für ein Zebra. Er lud alle Besucher ein, ihr Zebra bald zu besuchen. Vorerst widmeten sich diese aber dem Apéro, denn, so Daniel Schläpfer, Vorsitzender der Raiffeisenbank Böttstein: «Das Forum ist ein Beitrag zum gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben in der Region.»

Infogram: Zurzibieter Raiffeisenbanken – Halbjahres-Abschlüsse