Tegerfelden

Ein stinkender Rebberg bedroht das Jubelfest

Bei den Proben gehts schon ganz gruselig zu und her. Emanuel Freudiger

Bei den Proben gehts schon ganz gruselig zu und her. Emanuel Freudiger

Tegerfelden feiert sein Jubiläumsjahr mit zahlreichen Anlässen. Vor dem Start des Stationentheater «Räbschwarz» gab es viel Aufregung, viel will das OK aber nicht verraten. Eine Portion Grusel ist allerdings garantiert.

Tegerfelden feiert seinen 900. Geburtstag das ganze Jahr hindurch mit einer Vielzahl von unterschiedlichen Anlässen: demnächst mit einem besonderen Theater. Keinem, bei dem die Akteure auf einer Bühne stehen und die Zuschauer auf einer Tribüne sitzen. Ein «Stationentheater» ists.

Sein Titel «Räbschwarz» tönt nicht von ungefähr geheimnisvoll, liegt dem Stück doch die Sage von der Schlüsseljungfrau, dem verwunschenen Schlossfräulein von Tegerfelden, zugrunde.

Zurzacher und Tegerfelder vereint

Vor zwei Jahren hatte das Fest-OK sich ans Laientheater Zurzach (LATZ) gewandt, «ob wir fremde Fötzel von ennet dem Berg zusammen mit Einheimischen das Projekt realisieren würden», erinnert sich schmunzelnd LATZ-Präsident Erich Haller.

Die Bad Zurzacher sagten freudig zu und fanden in Tegerfelden begeisterte Mitstreiterinnen und Mitstreiter. «Von den 32 Akteuren sind etwa ein Drittel LATZ-Leute, die anderen kommen aus Tegerfelden und Umgebung», so Haller. Die künstlerische Leitung des Projektes liegt beim LATZ, die Produktionsleitung beim Fest-OK.

Nachdem der erste, vom OK beauftragte Autor kein brauchbares Stück ablieferte, hatte der 44-jährige Zürcher Autor Simon Ledermann innert kurzer Zeit eine massgeschneiderte Geschichte rund um die Freuden und Leiden der Tegerfelder Bevölkerung im Zusammenhang mit der Organisation des Jubiläumsfestes geschrieben.

«Im März hatten wir – sechs Kinder, sechs Jugendliche, sechs Männer und 14 Frauen – zusammen mit unserem Hausregisseur Heinz Schmid die erste Lesung und im Mai mit den Proben begonnen, von denen die meisten bereits an den Original-Spielorten stattfanden», so Haller.

Nach einer Ferienpause stecken die Akteure, zu denen sich noch drei Live-Musiker gesellen, nun mitten in einer Intensiv-Probenwoche.

Mystik und eine Prise Grusel

Das Spiel beginnt in der reformierten Kirche und endet in der Chloren-Trotte. Dazwischen sind unter anderem die alte Mühle, die Küferei, die katholische Kapelle Stationen, zu denen das Publikum geführt wird.

Das Ganze wird dominiert von unerklärlichem Gestank und Rauch aus dem Rebberg, das die Bevölkerung in Angst und Schrecken versetzt – und das Fest-OK in Verzweiflung stürzt. Allzu viel sei über das Geschehen nicht verraten.

Zum «gluschtig machen» aber doch so viel: «Es gibt ebenso mystische Momente, wie handfeste Diskussionen; die Schlüsseljungfrau tritt auf und ein Dorfpoet mit Hang zum Alkohol und Draht zum Übersinnlichen spielt eine wesentliche Rolle», verrät Erich Haller.

Kurzum: «Räbschwarz» verspricht ebenso Spannung, wie Unterhaltung: Ein abwechslungsreiches Stationentheater, gepfeffert mit einer Prise Grusel.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1