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Ein Stausee-Biber nagt zwischen Klingnau und Gippingen Christbäume an

Ein gefrässiger Biber bedient sich seit drei Jahren an den jungen Christbäumen von Georg Erne. Dieses Jahr sind die Schäden erstmals so gross, dass Erne einen Zaun aufstellen will. Vom Kanton erhält er keinen Schadenersatz.

Rund 80 Biber leben im Kanton Aargau – einige auch am Klingnauer Stausee. Mindestens ein Exemplar macht sich seit etwa drei Jahren immer wieder über die Christbaumkultur von Georg Erne beim Hinterwasserkanal her. «Erst waren es nur ein paar abgeknabberte Äste», erzählt Erne. «Zunächst habe ich nicht an den Biber gedacht und mich gefragt, wer mir denn hier in der Nacht mit der Rebschere Äste von den Bäumen schneidet.» Diesen Frühling seien die Schäden grösser gewesen: «Bei einigen Bäumen waren die Äste fast komplett abgenagt. Da haben wir den Boden geprüft und die Biberspuren entdeckt», so Erne.

Biber nagt Bäume für 50 Franken an

Die Bäume hätten im Verkauf pro Stück rund 50 Franken eingebracht. Erne hat beim Kanton angefragt, ob ihm die Schäden vergütet werden, oder ob er allenfalls mit einem finanziellen Zustupf an einen Zaun rechnen kann, um künftig Schäden zu verhindern – vergebens.

Auf Anfrage der az sagt Reto Fischer von der kantonalen Sektion Jagd und Fischerei: «In den ‹Wildschadenweisungen› des Kantons ist klar festgehalten, dass Schäden an Christbaumkulturen nicht abgegolten werden.» Dies gilt im Übrigen auch für Baumschulen und Forstgärten ausserhalb des Waldareals.

Abhilfe durch Elektrozaun

Auch an Präventivmassnahmen beteiligt sich der Kanton bei solchen Anlagen nicht finanziell – er beschäftigt jedoch Biberexperten, die den geplagten Bauern und Grundbesitzern Tipps geben können. So sagt denn auch Fischer: «Ein Elektrozaun mit Litzen auf etwa 10 und 20 Zentimeter Höhe sollte Schäden durch den Biber verhindern.»

Fischer bezweifelt jedoch, dass der Biber die Christbäume gefressen hat – Nadelhölzer gehören nicht zu seinen Leibspeisen. «Üblicherweise fällt der Biber erst Nadelhölzer, wenn das Angebot an den beliebteren Laubhölzern knapp wird», so Fischer. Da die grössten Schäden an den Kulturen vom Frühling stammen, geht Fischer davon aus, dass der Biber mit den Christbaumästen nach dem langen Winter seinen Bau ausgebessert hat.

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