Bad Zurzach

Ein schnittiger Anlass: Die besten Forstarbeiter sägen um die Wette

Achtung, fertig, Motorengedröhne: Auf dem Solvay-Areal wird der sportlichste Forstarbeiter im Kanton ermittelt.

Achtung, fertig, Motorengedröhne: Auf dem Solvay-Areal wird der sportlichste Forstarbeiter im Kanton ermittelt.

Am Wochenende treffen sich die besten Forstarbeiter in Bad Zurzach zur Berufsmeisterschaft. Die Teilnehmer messen sich in fünf Disziplinen rund um das Arbeiten mit der Motorsäge.

Der Aargau zählt zu den waldreichsten Kantonen: Ein Drittel der gesamten Fläche ist mit Wald bedeckt. Für dessen Unterhalt sind rund 1300 Fachleute besorgt. 200 von ihnen werden ihr Können am Freitag (ab 15 Uhr) und Samstag (ab 7 Uhr) unter Beweis stellen. Die Branche, zu der Forstingenieure, Förster, Forstwarte und Waldarbeiter gehören, trifft sich zum Kräftemessen auf dem Solvay-Areal am kantonalen Holzerwettkampf. Der Anlass, der alle zwei Jahre ausgetragen wird und der grösste der Schweiz ist, findet heuer zum 23. Mal statt.

Ausrichter des Events ist der Forstverein Baden-Zurzach-Brugg, mit OK-Präsident Peter Muntwyler an der Spitze. Der 49-Jährige ist seit fünf Jahren Vorsteher des sogenannten Forstvereins 2, der sich vom Heitersberg bis zum Rhein und von der östlichen Kantonsgrenze bis an die Aare erstreckt. In den 55 Gemeinden werden total über 10'000 Hektaren Wald bewirtschaftet.

«Die Forstbetriebe erledigen jeden Tag professionell ihre Arbeit», sagt Peter Muntwyler. «Am Holzerwettkampf kann das Personal nun einer breiteren Öffentlichkeit seine Fertigkeiten demonstrieren.» In fünf Disziplinen rund um das Arbeiten mit der Motorsäge messen sich die Teilnehmer an der Berufsmeisterschaft.

Kleiner Frauenanteil

Die Idee von Wettkämpfen entstand, als die Motorsäge als neues Arbeitsgerät im Wald Einzug hielt. Die ersten Motorsägen wurden bereits in den 1920er-Jahren gebaut. Die erste Austragung im Aargau fand erst 1972 statt. Die Entwicklung von motorgetriebenen Sägen bedeutete damals eine ähnliche Produktivitätssteigerung bei der Holzernte wie der Schritt von der Axt zur nichtmotorisierten Säge. Peter Muntwyler legt Wert darauf, dass an Holzerwettkämpfen nicht die Show im Vordergrund stehe, sondern die Präzision. «Es geht um millimetergenaue, schnelle und sichere Handhabung mit der Motorsäge.»

Einer, der dieses Handwerk mit am besten beherrscht, ist Daniel Gautschi. Der Oberkulmer hat den Wettbewerb schon sieben Mal für sich entschieden. Gautschi wird auch in Bad Zurzach wieder am Start sein. Genauso wie die Schweizer Nationalmannschaft, die international zum vorderen Drittel gehört.

In dem von Männern dominierten Berufszweig nehmen in Bad Zurzach auch zwei Frauen teil, was in etwa dem Verhältnis der Arbeitkräfte im Wald entspricht. Jährlich werden im Kanton 30 Lehrlinge ausgebildet, nur eine davon ist durchschnittlich eine Forstwartin.

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