Würenlingen

Ein «poetisches Projekt» für das Kulturzentrum in der Dorfschüür

Die Idee, in der Dorfschüür ein Kulturzentrum für die Gemeinde zu schaffen, ist ein gutes Stück weiter: Am Freitag ist das Siegerprojekt aus dem Studienauftrag vorgestellt worden.

«Das Thema Dorfschüür beschäftigt uns schon seit längerem», stellte Gemeindeammann André Zoppi bei der Vorstellung der Arbeiten aus dem Studienauftrag fest. «Jetzt sind wir einen Schritt weiter.»

Tatsächlich sind die Bestrebungen, die auf das ausgehende 18. Jahrhundert zurückgehende, markante Liegenschaft an der Dorfstrasse – die seit 1998 der Ortsbürgergemeinde gehört – zu erhalten und zu nutzen, nicht neu. Pläne, in dem als kommunal schutzwürdig inventarisierten Gebäude ein Dorfmuseum zu schaffen, scheiterten aber 2001 und 2002 am Nein der Ortsbürger. «Mit der Devise ‹nicht locker lassen› hat sich der Gemeinderat des Objektes wieder angenommen», betonte André Zoppi. «Zusammen mit der Ortsbürgerkommission hat er beschlossen, das Projekt wieder zu aktivieren.»

Beim neuen Anlauf wird die künftige Nutzung der Liegenschaft allerdings deutlich weiter gefasst. Die Dorfschüür soll zum Würenlinger Kulturzentrum werden. Zu den Aufgaben für die sechs Architektenteams, darunter zwei sogenannte Jungteams, gehörte es denn auch, neben einem Saal für 200 Personen Räume für eine Bibliothek für Bevölkerung und Schule sowie Kultur- und Vereinsräume aufzuzeigen.

«Funktional überzeugend»

Am überzeugendsten gelöst wird die vielfältige Aufgabe, nach Meinung der Jury, durch das Projekt von Schmidlin Architekten (Zürich) – einem Jungteam – das jetzt weiterbearbeitet wird. «Es ist ein sehr poetisches Projekt», stellte Jury-Präsident Daniel Zehnder bei der Präsentation fest. Und Heiko Dobler von der kantonalen Denkmalpflege, welcher der Jury als Experte ohne Stimmrecht angehört hatte, erklärte: «Dieses Projekt überzeugt auch funktional.» Die Jury kommt aber auch zum Schluss, dass das Projekt durch seinen respektvollen Umgang mit der historischen Bausubstanz überzeugt.

Im Wesentlichen sieht das Projekt von Schmidlin Architekten vor, an der Schnittstelle von Scheune und Wohntrakt ein Foyer – «quasi als innere Kulturstrasse», so die Jury – zu schaffen. Vom Foyer aus werden sowohl die Bibliothek im Erdgeschoss der Scheune als auch die Kulturräume im Wohntrakt sowie, über eine Treppe, der Saal im Obergeschoss der Scheune erschlossen. «Das Obergeschoss», so der Jurybericht, «bleibt auf der ganzen Fläche für den Saal reserviert. Der imposante Dachraum ermöglicht einen attraktiven Saal und macht die Grösse der ehemaligen Scheune erlebbar.» Ein erheblicher Anteil des Raumprogramms, unter anderem der Vereinsraum, wird in einem filigranen Anbau auf der Rückseite des Gebäudes realisiert.

Wie geht es weiter?

Bei der Bevölkerung sind die Projekte für das Würenlinger Kulturzentrum Dorfschüür auf grosses Interesse gestossen. «Ziel des Gemeinderates», so André Zoppi, «ist es, das Siegerprojekt weiter auszuarbeiten, damit auch die Kosten ermittelt werden können. Wir gehen davon aus, der Sommer-Gemeindeversammlung 2017 der Ortsbürger einen Kreditantrag präsentieren zu können.»

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