Kulturerbe-Tag

Ein neuer Blickwinkel auf Schneisingen

Anlässlich des Kulturerbejahres 2018 lädt der Kanton dazu ein, die Gemeinde neu zu entdecken

Unter dem Motto «Den Aargau neu entdecken» findet im Kulturerbejahr 2018 am 27. Oktober ein spezieller Kulturerbetag in Schneisingen statt. Die Kantonale Denkmalpflege, die Abteilung für Raumentwicklung, die Bibliothek und das Archiv Aargau sowie die Kantonsarchäologie eröffnen zusammen mit ihren lokalen Partnern, dem Museumsverein, der Primarschule und der Gemeinde an diesem Tag neue Blickwinkel auf Schneisingen. «Es ist eine Ehre für uns, dass wir vom Kanton ausgewählt wurden», sagt Gemeindeammann Adrian Baumgartner, «und es ist auch eine Auszeichnung für unsere lokalen Kulturorganisationen.»

Der Aargau verfügt über ein reiches kulturelles Erbe, das Jahrtausende zurückreicht. Und auch Schneisingen kann auf eine lange Geschichte zurückblicken: Die frühesten archäologischen Funde sind über 6000 Jahre alt. Diese Geschichte soll der Bevölkerung Schneisingens und allen anderen Interessierten gezeigt werden: Mit Führungen, Präsentationen und vielen Mitmachmöglichkeiten kann sich jeder auf den Weg machen, an drei Stationen die Gemeinde neu zu entdecken.

Exklusiver Blick ins Schlössli

Die Kantonale Denkmalpflege nimmt Interessierte mit auf einen besonderen Rundgang: Zusammen mit dem Besitzer führt sie durch das Schneisinger Schlössli. Das private Wohnhaus ist am Kulturerbe-tag exklusiv um 11 und um 14 Uhr zugänglich.

Ein weiteres geschichtsträchtiges Haus im Dorfzentrum, der Rohnerhof, ist auf zwei Führungen zu erleben. Das Haus mit Wohn- und Scheunenteil zeigt mit seiner erhaltenen Raumeinteilung und Innenausstattung mit Tapeten, Kachelofen und Eckbänken einen typischen schweizerischen Wohnbau des 18./19. Jahrhunderts.

Auf der Führung der Kantonsarchäologie lassen sich die Erkenntnisse der Bauuntersuchung von 2015 erfahren. Der Museumsleiter berichtet auf einer weiteren Führung über die Ausstellung im heute zum Museum umfunktionierten Haus.

Skandal um die Kirche

Ein Skandal ist Thema einer Führung des Staatsarchivs. Im 17. Jahrhundert liess Pfarrer Stressler eigenmächtig die Kirche erweitern und legte sich mit seinen Vorgesetzten und der Gemeinde an. Urkunden und Dokumente dazu sind am Infostand von Bibliothek und Archiv Aargau zu sehen. Die Kantonsbibliothek gibt mit Büchern einen Einblick in die Geschichte Schneisingens. Den Bogen von der Vergangenheit in die Gegenwart schlägt die Führung der Abteilung Raumentwicklung. Wie wirken Gebäude im Dorf und aus der Entfernung? Wie wirken Farben und Formen in Schneisingen? Auf dem Spaziergang von Mittel- nach Oberschneisingen lässt sich dies erfahren und diskutieren.

Um Archäologie in allen Facetten geht es im Archäologie-Zelt beim Gemeindehaus. Hier erfahren Besucherinnen und Besucher alles rund um die Landschaftsgeschichte im Laufe der Jahrtausende, warum das römische Schneisingen tief in der Erde begraben ist und wie ein Fundobjekt 3-D-gescannt wird. Sie sehen das älteste Fundstück Schneisingens, ein 6000 Jahre altes Steinbeil, und begeben sich auf die Spuren der russisch-österreichischen Truppen, die 1799 hier in Schneisingen lagerten. Denn die Kantonsarchäologie lancierte eigens für den Kulturerbetag dieses kleine Forschungsprojekt, das mit freiwilligen Metalldetektorgängern durchgeführt wird.

Archäologie von Kindern

Als besonderes Projekt führt die Kantonsarchäologie in Zusammenarbeit mit dem Verein Archäomobil im Vorfeld des Kulturerbetags am 25. Oktober in Schneisingen ein Schulprojekt durch. Am Aktionstag sollen die 97 Schülerinnen und Schüler aus Schneisingen auf spielerische Weise die Arbeiten und Methoden der Archäologie kennenlernen.

Zum Schluss gestalten sie zu allen Themen des Tages Poster, die danach am Kulturerbetag ausgestellt werden. So erklären Kinder aus ihrer Sicht die Archäologie – und diese wird dadurch für alle Besucherinnen und Besucher verständlich und greifbar.

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