Einmal mehr hat der Kulturkreis einen kulturellen Leckerbissen ins Dorf gebracht. Und erst noch mit einem Schauspieler, der aus Würenlingen stammt. Res Bächli wusste schon in der Schule, dass er Künstler werden will: «Mein Vater sagte mir, ich solle zuerst eine Lehre machen», erinnert er sich. So kommt es, dass der Absolvent der comart Theaterschule auch ausgebildeter Bühnentechniker ist. Als solcher arbeitet er am Basler Vorstadttheater, zusammen mit Michael Studer. Nun haben die beiden Arbeitskollegen einen abwechslungsreichen Liederabend einstudiert, der schon unkonventionell beginnt: Wer die Aula betrat, sah die Schauspieler im scheinbaren Tiefschlaf auf dem Boden liegen, respektive am Klavier hängen.

Probe vor dem grossen Auftritt

Um acht Uhr erwachten sie dann langsam und murmelten etwas von einer Premiere. Heute sei die letzte Probe vor dem morgigen Auftritt in einer riesigen Halle. Regelrechte Showblöcke, mit Studer am Klavier und Bächli am Mikrofon, wechselten sich ab mit allerlei Zwischenspielen. Wer muss diesmal Milch für den Kaffee holen? War ich nicht letztes Mal schon dran? Szenen wie aus dem Alltag einer Wohngemeinschaft. Mit bedeutungsschwerer Miene diskutierten Pianist und Sänger, man könne doch nicht immer nur Blödsinn machen, man müsse doch auch mal ernsthaft sein. Kurz danach folgte die nächste urkomische Aktion: Bächli zeigte sein Showtalent mit einem akrobatischen Stuhltanz, der mit einer solchen Verrenkung endete, dass Studer ihn befreien musste. Als Jean-Jacques mit Béret, Schnauz und Pariserbrot unter dem Arm mimte Bächli einen Franzosen, virtuos am Klavier begleitet von Studer.

Auch die vielen Zugaben waren ein Ding für sich: «Ihr dürft dann einfach gehen, wenns euch verleidet», scherzte Res Bächli. Die Grenzen zwischen Show und Realität waren fliessend. Oft war nicht klar, ob ein Gag einstudiert oder improvisiert, ein Fehler echt oder nur gespielt war. Die beiden Künstler haben den Abend als eine Art Hauptprobe genutzt: «Es war ein Test, ob das Programm ankommt», sagten sie nach dem Auftritt. Nach dem Würenlinger Abend dürfte klar sein, dass weitere Auftritte folgen werden.

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