In Würenlingen gibt es für alte Menschen bald einen Zwischenschritt vor dem Eintritt ins Altersheim. Die WirnaVita AG, die das Alters- und Pflegeheim im Auftrag der Trägergemeinden Endingen, Tegerfelden, Villigen und Würenlingen betreibt, will bald betreutes Wohnen anbieten. Dafür hat sie die Liegenschaften Sonnenbergstrasse 2, 4 und 6 gekauft. Sie liegen dem Altersheim direkt gegenüber, auf der anderen Strassenseite.

«Im betreuten Wohnen sollen Menschen, die nur gewisse Dienstleistungen aus der Palette eines Alters- und Pflegeheimes benötigen, ihre Selbstständigkeit erhalten können», sagt Martin Weissen, Geschäftsführer von «WirnaVita» auf Anfrage.

Die Gebäude, die aktuell auf dem neugekauften Land stehen, werden gemäss heutiger Planung abgerissen. Stattdessen werden Alterswohnungen gebaut. «Im Mietvertrag inbegriffen sein wird ein minimaler Grundservice ähnlich einem Concierge-Service», so Weissen. Dazu gehören etwa ein Notrufsystem, Beratung, Hauswartsdienstleistungen, ein Angebot an Veranstaltungen und die Benutzung von Gemeinschaftsräumen.

Angebot folgt dem Trend

Alles, was er zusätzlich möchte, stellt sich der Bewohner individuell zusammen. Weissen: «Der Kunde kann aus allen Dienstleistungen, die wir im Altersheim anbieten, seinen Bedürfnissen und seinem Bedarf entsprechend jene Leistungen beziehen, die er aktuell benötigt. Das sind zum Beispiel Wohnungsreinigung, Verpflegung oder Pflegeleistungen.»

Wohnen werden die Kunden vor allem in 2,5-Zimmer-Wohnungen. «Eventuell bauen wir auch wenige 3,5-Zimmer-Wohnungen. Das ist aber die Maximalgrösse», so Weissen. Das Angebot an betreutem Wohnen in Würenlingen folgt einem generellen Trend: «Die Zeit des Schwarz-Weiss-Denkens, dass jemand entweder pflegebedürftig ist und ins Altersheim gehört oder nicht, ist vorbei», sagt Weissen.

Ins Pflegeheim zu ziehen, weil man Betreuung braucht, aber eigentlich noch genug fit für die eigenen vier Wände wäre, ist einschneidend. Das Leben verändert sich stark. «Mit dem betreuten Wohnen möchten wir den Kunden die Möglichkeit bieten, weiterhin selbstständig und selbstbestimmt durchs Leben zu gehen. Wir sind überzeugt, dass es dafür einen Bedarf gibt», sagt Weissen. Wichtig sei auch, dass man seinen Lebensabend in seiner Wohnregion und dem bekannten Umfeld verbringen könne, anstatt im Alter plötzlich weit wegziehen zu müssen.

Keine langen Wege

Dass die Liegenschaften, die «WirnaVita» einer Erbengemeinschaft abgekauft hat, nur einen Steinwurf vom Altersheim entfernt liegen, ist für Weissen ein grosser Glücksfall: «Die Kunden müssen so keine langen Wege zurücklegen, wenn sie Dienstleistungen des Altersheimes beanspruchen.» Da das Personal ebenfalls kurze Wege hat, werden Kosten gespart.

Bis die ersten Bewohner ins betreute Wohnen an der Sonnenbergstrasse einziehen können, dauert es noch eine Weile. Im Jahr 2019 soll ein detailliertes, bewilligungsfähiges Projekt erarbeitet werden. Der Verwaltungsrat rechnet mit Mitte 2020 als frühestem Baubeginn.