Koblenz

Ein Bahnjubiläum der besonderen Art

Vor 125 Jahren wurde die Bahnlinie zwischen Koblenz und Stein eröffnet. Grund für den Verein Depot und Schienenfahrzeuge Koblenz, zu diesem Jubiläum ein Triebwagentreffen durchzuführen.

«Willst Du noch hornen?», fragt der Instruktor. Der kleine Bub im Führerstand-Simulator nickt und findet auf Anhieb den richtigen Knopf. Schliesslich hat er genau aufgepasst, als sein etwas älterer Bruder am Simulator sass.

Draussen vor dem Lokschuppen in Koblenz, dem Stützpunkt des Vereins Depot und Schienenfahrzeuge Koblenz (dsf), glänzt in der Sonne der Triebwagen der einstigen Wohlen–Meisterschwanden-Bahn. Der Wagen wurde 1997 stillgelegt und ist seit 2004 im Besitz des dsf, der aus dem Verein Draisinen Sammlung Fricktal hervorgegangen ist.

Vor einem ehemaligen Südostbahn-Triebwagen, der jetzt ebenfalls dem Verein gehört, zieht ein älterer Mann an seiner Brissago, schaut versonnen auf das Fahrzeug und meint zu seinem Begleiter: «Und jetzt wird auch noch der Bahnhof Meisterschwanden abgerissen. Es soll dort eine Überbauung geben.»

Im Bahnhof Koblenz steht die Triebwagen-Komposition des Vereins «Pendelzug Mirage» bereit zur Extrafahrt nach Laufenburg. Von dort fährt der Rote Pfeil der Oensingen-Balsthal-Bahn ein. Aus der Gegenrichtung kommt der Triebwagen «BDe 4/4», das «Wyländerli» der SBB Historic, in Regionalzug-Formation. Und mit dem Schienentraktor wird der ehemalige Südostbahn-Triebwagen, der jetzt dem Verein Tunnelkino im Weissensteintunnel gehört, vors Depot rangiert.

Triebwagen stehen tatsächlich im Mittelpunkt des Anlasses, den der Verein Depot und Schienenfahrzeuge Koblenz aus Anlass des 125. Jahrestages der Eröffnung der Eisenbahnlinie zwischen Koblenz und Laufenburg, respektive Stein, organisiert hat.

Als eine der letzten Bahnstrecken im Aargau war dieser Abschnitt durch die damalige Nordostbahn erstellt worden – nachdem der Abschnitt zwischen Koblenz und Winterthur bereits 1876 in Betrieb genommen worden war.

Und als eine der ersten Strecken im Aargau wurde die Verbindung zwischen Koblenz und Laufenburg mit der Aufhebung des Personenverkehrs sozusagen zur Güterzugstrecke «degradiert». Wo sie aber, nicht zuletzt als Bypass, eine wichtige Rolle erfüllt.

Während im Bahnhof und vor dem Lokdepot die Triebwagen auf ihren nächsten Extrafahrt-Einsatz warten, werden in einem alten Gepäckwagen Bahn-Memorabilien feilgeboten, während auf dem Grill die Würste brutzeln.

Und an der Extrafahrt-Strecke – so bei der Eisenbahnbrücke über die Aare – harren die hartgesottenen Eisenbahnfreaks in der prallen Sonne aus. Schliesslich gilt es die bahnhistorischen Preziosen vor einem speziellen Hintergrund aufs Bild zu bannen.

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