Nils Perrig sitzt in seinem Zimmer in Wislikofen. Er trägt einen Pullover mit dem Logo der ZSC Lions. An der Wand hängt ein gerahmtes Hundeposter, neben dem Pult in einer Plastikkiste liegen Pokale und Medaillen. «Die werde ich noch aufstellen. Ich bin erst vor kurzem in dieses Zimmer gezogen», sagt Nils. Die Preise hat er beim Eishockey gewonnen. Der 12-Jährige ist Goalie bei den Moskito Tops der ZSC Lions, das ist die Altersstufe für die Jahrgänge 2000 und 2001. Jetzt hat er sich für das Pee Wee Team qualifiziert und darf am grössten Nachwuchsturnier der Welt in Quebec, Kanada, teilnehmen.

Drei bis vier Trainings pro Woche

«Ich habe vor acht Jahre mit dem Eishockey angefangen, da meine beiden älteren Geschwister auch spielen und mir gesagt haben, dass Eishockey cool ist», sagt Nils. Im ersten Jahr absolvierte er die Hockeyschule in Bülach. In einem Training pro Woche wurden den Anfängern das Schlittschuhlaufen und die Grundregeln des Eishockeys beigebracht. «Es dauerte eine Weile, bis ich gut Schlittschuh fahren konnte, doch Eishockey gefällt mir viel besser als Unihockey.» Dass er im Goal stehen will, war für Nils von Anfang an klar. Angst, verletzt zu werden, hat er nicht. «Warum auch? Wir tragen ja Schutzkleidung. Goalie zu sein, macht grossen Spass.»

Nach der Hockeyschule fing Nils bei den ZSC Lions an. Heute trainiert er drei bis vier Mal pro Woche jeweils am Abend in Zürich. Neben Schule und Eishockey bleibt nicht mehr viel Freizeit. Das Flag Football, American Football ohne Körperkontakt, das er früher ausübte, musste er aufgeben. «Es macht mir nichts aus, dass ich so wenig Zeit habe. Ich spiele gerne Eishockey, sonst würde ich es nicht machen.»

Der Sieg ist nicht das Ziel

Anfang Oktober qualifizierte sich Nils für das Pee Wee Team der ZSC Lions. In zwei Probetrainings wurden er und ein Kollege aus fünf Goalies ausgewählt. Vom 14. bis zum 24. Februar dürfen sie und 16 Spieler an einem internationalen Eishockeyturnier mit fast 100 Mannschaften in Kanada teilnehmen. «Ich habe mich gefreut, als ich erfahren habe, dass ich mitdarf, aber das heisst nicht, dass ich der Beste bin. Ich muss meine Leistung auch halten», sagt Nils. In Kanada war er noch nie. «Wir gehen nicht oft in die Ferien.» Er wird mit einem Teamkollegen bei einer Französisch sprechenden Gastfamilie wohnen. «Ich habe in der Schule noch kein Französisch gelernt, doch mein Kollege kann die Sprache», sagt der Fünftklässler.

Am meisten freut sich Nils auf das Hockeyspielen. «Ich werde sehen, wie die anderen Teams spielen. Natürlich gebe ich mein Bestes, doch mein Ziel ist es nicht, zu gewinnen. Ich möchte einfach an meine Grenzen gehen und schauen, welche Leistung ich bringen kann.»

Trotz Erfolg sehr bescheiden

Nils spielt nicht, um Profi zu werden, sondern weil er Spass am Eishockey hat. «Es wäre schön, später professionell spielen zu können. Doch im Moment weiss ich noch nicht genau, was ich werden will.» Auch sonst ist Nils bescheiden: «Ich habe nicht gern, wenn man mich als Talent bezeichnet. Ob ich ein Talent bin, wird sich erst noch zeigen. Im Moment trainiere ich oft und habe bisher einfach viel Glück gehabt.»