Zurzibiet Regio

Ehrendingen nähert sich dem Bezirk Zurzach an

Ehrendingen liegt im Bezirk Baden – möchte aber dem Gemeindeverband Zurzibiet Regio beitreten.

Ehrendingen liegt im Bezirk Baden – möchte aber dem Gemeindeverband Zurzibiet Regio beitreten.

Die Surbtaler Gemeinde will dem Gemeindeverband Zurzibiet Regio beitreten. Was bedeutet das für ihre Identität?

Ehrendingen ist speziell gelegen: Die Gemeinde gehört zum Bezirk Baden, grenzt aber im Osten an den Kanton Zürich und im Norden an den Bezirk Zurzach. Die Zusammenarbeit mit den Gemeinden des Nachbarbezirks soll nun intensiviert werden. Ehrendingen hat die Mitgliedschaft beim Gemeindeverband Zurzibiet Regio beantragt.

Gemeindeammann Urs Burkhard (CVP) erklärt: «Es ist nicht so, dass wir uns neu ausrichten oder positionieren wollen. Es geht uns darum, mit all unseren Nachbarn so gut wie möglich zusammenzuarbeiten.»

Es gebe für Ehrendingen und die Zurzibieter Nachbarn mehrere gemeinsame Herausforderungen, beispielsweise betreffend der Verkehrsbelastung, die in den kommenden Jahren zunehmen werde.

Ehrendingen werde weiter Mitglied bei Baden Regio sein, so Burkhard. «Aber als Zentrumsgemeinde des Oberen Surbtals finden wir es adäquat, gleichzeitig auch dem Zurzibieter Gemeindeverband anzugehören.»

Die Strategie Ehrendingens, eigenständig zu bleiben, aber mit Nachbargemeinden eng zusammenzuarbeiten, auch über Bezirksgrenzen hinweg, gehe momentan voll auf, sagt Burkhard. «Mit Schneisingen im Bezirk Zurzach haben wir eine gemeinsame Bauverwaltung, und ab dem neuen Jahr wird Ehrendingen die Steuerabteilung auch der Gemeinde Freienwil (Bezirk Baden) übernehmen.»

Freude im Zurzibiet

Felix Binder, Präsident von Zurzibiet Regio, freut sich sehr, dass sich Ehrendingen anschliessen möchte. «Die Gemeinde will unserem Verband freiwillig beitreten, ohne Zwang und ohne Not. Aus Sicht des Zurzibiets ist dies eine Erfolgsmeldung, wir freuen uns sehr über das Interesse Ehrendingens.» Er werde den Delegierten der Gemeinden die Aufnahme Ehrendingens zu Zurzibiet Regio empfehlen.

Auch der Bezirk Zurzach könne von einem engeren Austausch profitieren, ist Binder überzeugt. «Ehrendingen hat eine Art Scharnierfunktion, verbindet das Surbtal mit der Region Baden. Bei Fragen der räumlichen Entwicklung und des Verkehrs haben wir einige gemeinsame Interessen, für die wir uns künftig zusammen einsetzen können.» Eine enge Zusammenarbeit bestehe teilweise bereits, Ehrendingen sei der Geschäftsitz der Spitex-Organisation Surbtal/Studenland.

Ehrendingen sieht sich als Dreh- und Angelpunkt

Die Lage Ehrendingens hat zur Folge, dass sich die Gemeinde wiederholt die Frage stellt, wem sie sich zugehörig fühlt. Renato Sinelli, ehemaliger Gemeindeammann, träumte von einer Regionalstadt: einem Zusammenschluss Badens mit den umliegenden Gemeinden.

Das kam im Dorf nicht nur gut an: «Wir fühlten uns früher eher dem Surbtal zugehörig. Wohl auch wegen der vielen Zuzüger ist das gesamte Ehrendingen aber nur noch in Richtung Baden ausgerichtet», sagte vor einigen Jahren ein Mann, der sich schon gegen die Fusion Unter- und Oberehrendingens ausgesprochen hatte.

Ehrendingen im Jahr 2019 hat nun aber ein ganz anderes Selbstverständnis: Die Gemeinde betrachtet sich weniger als Teil einer Grossstadt Baden, sondern vielmehr als eine Art Zentrumsgemeinde. «Wir sehen uns als Dreh- und Angelpunkt im Oberen Surbtal», sagt Urs Burkhard.

Das neue Selbstvertrauen Ehrendingens hängt zweifellos auch mit dem starken Bevölkerungswachstum der vergangenen Jahre zusammen. Seit der Fusion der beiden Ortsteile 2006 stieg die Einwohnerzahl um über 40 Prozent.

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