Koblenz

Ehepaar schliesst beliebtes Gasthaus «Engel» nach 22 Jahren – die Zukunft des Lokals ist ungewiss

Fischgerichte gehörten in Koblenz zu ihren Spezialitäten. Jetzt wagen Ferdinand und Angie Breg in der Ostschweiz ein Neubeginn.

Fischgerichte gehörten in Koblenz zu ihren Spezialitäten. Jetzt wagen Ferdinand und Angie Breg in der Ostschweiz ein Neubeginn.

Ferdinand und Angie Breg verkaufen die Liegenschaft samt Gasthaus «Engel». Das Ehepaar hat derweil im Kanton St. Gallen eine neue Herausforderung gefunden.

Sie möchten zu einer Zeit aufhören, in der wir noch fit seien, erklärt Angie Breg. Am 19. Dezember bewirten sie und ihr Mann Ferdinand zum letzten Mal in ihrem Restaurant die Gäste. Danach bleibt der «Engel» geschlossen, und es ist ungewiss, ob und wann er wiedereröffnet wird. Die Bregs bestätigen, dass sie die Liegenschaft verkauft haben. Was der neue Besitzer mit dem Haus vorhat, ist nicht bekannt. Vorerst werden die Ko­blenzerinnen und Koblenzer eine weitere Dorfbeiz verzichten müssen.

Ferdinand und Angie Breg kamen 1998 nach Koblenz und übernahmen den «Engel» zuerst als Pächter. Zwei Jahre später erwarben sie das Gasthaus. Sie boten internationale Küche, aber auch Schweizer Klassiker an und spezialisierten sich auf Fischgerichte. Den Lachs aus der eigenen Räucherei boten sie nicht nur im Restaurant, sondern auch auf verschiedenen Märkten in der Region an. Im Laufe der Zeit eröffneten sie im «Engel» fünf Hotelzimmer, eine Bar sowie eine Grillstube. Mit Erfolg bauten sie zudem einen Catering-Service auf. Und in Anbetracht der Coronapandemie und den damit verbundenen Auflagen etablierten sie einen Take-away- und Lieferservice.

Ferdinand und Angie Breg sind beide 57 Jahre alt und haben die Schliessung des «Engels» von langer Hand geplant. Für das Ehepaar war klar, dass sie nicht bis zum Erreichen des Pensionsalters das Gasthaus mit über 100 Plätzen betreiben möchten. Ihre beiden erwachsenen Töchter sind nicht in der Gastronomie tätig, weshalb eine familieninterne Nachfolge ausser Frage stand. Deshalb hielten die Bregs nach einem Käufer für den «Engel» und gleichzeitig nach einem neuen Wirkungskreis Ausschau. So werden die Wirtsleute per Ende Jahr Ko­blenz nach über zwei Jahrzehnten verlassen.

Optimistisch trotz Corona

Ihre neue Herausforderung haben sie im Kanton St. Gallen gefunden. Per 9. Januar 2021 übernehmen sie in der Gemeinde Nesslau-Krummenau in der Region Toggenburg das «Bahnhöfli». Im überschaubaren Lokal ist Platz für maximal 30 Gäste. Wie in Koblenz werden sie auch am neuen Ort gleich oberhalb der Wirtsstube wohnen. «Die Landschaft dort ist sehr schön, ich freue mich aufs Wandern und Velofahren», sagt Angie Breg.

So gross auch die Vorfreude auf den neuen Lebensabschnitt ist, so weh ist es Ferdinand und Angie Breg ums Herz, jetzt, wo der Abschied von ihren vielen Stammgästen kurz bevorsteht. Wegen der Massnahmen gegen die Coronapandemie kann die «Austrinkete» nicht mit einem Fest begangen werden. Dafür würden viele Gäste extra noch ein letztes Mal bei ihnen einkehren, um sich von ihnen zu verabschieden, so Ferdinand Breg. Auch wenn den Bregs der Abschied nicht leichtfällt und es als ein ziemliches Wagnis erscheint, in der jetzigen Zeit ein Restaurant zu übernehmen: «Wir haben ein gutes Gefühl für die Zukunft.»

Einschneidend ist die Auf­gabe des «Engels» auch für ­Ko­blenz, welche damit die einzige Beiz im Dorfzentrum verliert. «Wir bedauern die Schliessung und wünschen uns, dass es in ­irgendeiner Form weitergeht», sagt Ammann Andreas Wanzenried. Bislang habe die Gemeinde noch keinen Kontakt gehabt mit dem neuen Eigentümer. Darum ist auch unklar wann und in ­welcher der «Engel» wiedereröffnet.

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