Das Sprichwort «Der Krug geht zum Brunnen, bis er bricht» wurde gestern in Bad Zurzach ad absurdum geführt: Denn hier ging es um einen unzerbrechlichen Krug in den Händen der heiligen Verena, der lauter Freude, Stolz und Dankbarkeit beschert.

Zum 15. Mal wurde der «Krug von Bad Zurzach» verliehen – ein Preis auch im Gedenken an Walter Edelmann, den Gründer der Stiftung Gesundheitsförderung Bad Zurzach.

Der «Krug von Bad Zurzach» wird jeweils an Persönlichkeiten und Gruppierungen vergeben, die sich in besonderer Form für den Kurort Bad Zurzach oder Baden, das Zurzibiet oder seine Region verdient gemacht haben. Dieses Jahr hat die Kurortkommission für den mit 10'000 Franken dotierten Preis den Verein Kulturnacht Zurzibiet-Küssaberg ausgewählt.

In fröhlich-festlichem Rahmen hat eine der Töchter von Margrit und Walter Edelmann, Monica Fabbri-Edelmann, in der Oberen Kirche zwei kleine Eisenskulpturen von Verena mit dem Krug und das Preisgeld an Heidi Wanner und Priska Vago übergeben. Die beiden wurden als Vorstandsmitglieder stellvertretend für den Verein geehrt.

2004 hatten Gabriela Rub vom Tourismusbüro Bad Zurzach und Priska Vago vom Verkehrsverein Küssaberg die Idee eines grenzüberschreitenden Kulturanlasses ausgeheckt. Und sie hatten nicht lange herumgefackelt: Am 1. April 2005 wurde die Rheinbrücke Zurzach-Rheinheim zwecks Eröffnung der 1. Kulturnacht vorübergehend gesperrt.

Seither wird der Anlass alle zwei Jahre durchgeführt und erlebt immer grösseren Zuspruch. Hatten sich 2005 noch 46 Kulturschaffende beteiligt, so waren es letztes Jahr bereits deren 136.

2012 wurde aus der bis dato eher lockeren Organisation ein Verein, der heute rund 180 Mitglieder zählt. Der Vorstand setzt sich zusammen aus Priska und Osvaldo Vago, Peter Moser, Heidi Wanner, Peter Andres und Roland Indermühle.

Zur gestrigen Preisverleihung fanden sich Ehrengäste – darunter auch die damalige Mitinitiantin Gabriela Rub – und die bisherigen Preisträger in der Oberen Kirche ein. Mit grandios jazzig interpretierten italienischen Ohrwürmern von «Volare» bis «Schöner Gigolo» verliehen Philippe Kuhn an der Hammond-Orgel und Gregor Loepfe am Flügel dem Anlass musikalisch Schwung.

Als Präsident der Kurortkommission begrüsste David Forster die Gäste mit Gedanken über die unterschiedlichen Sinne des Wortes «Grenze».

Durchhaltwillen, Mut und Energie

Der Publizist Roy Oppenheim, seit zwei Jahren innerhalb des Vereins Mitglied des Organisations-Komitees, liess die Geschichte der Kulturnacht in Wort und Bildern aufleben. So präsentierte er unter anderem jenen Film, den er 2005 im Auftrag des Regionalsenders Tele M1 über den ersten Anlass gedreht hatte.

Es sei, so Oppenheim, «faszinierend, via Kultur zu ergründen, was uns von unseren Nachbarn ennet der Grenze trennt und was uns mit ihnen vereint». Er nannte die Kulturnacht «ein Erfolgsmodell», dankte den Initianten und dem Vereinsvorstand für deren «Durchhaltwillen, Mut und Energie».

Nach der Preisübergabe dankte Heidi Wanner ihrerseits namens des Vereins für die grosse Ehre. Auch sie erwähnte den Erfolg der Kulturnächte und deren grossartigen Beitrag zur Verständigung zwischen den Zurzibietern hüben und den Baden-Württembergern drüben.