«Mit dem Platz auf der Spitalliste haben wir die erste grosse Hürde genommen», sagt Alfred Zimmermann, Direktor und Vorsitzender der Geschäftsleitung des Asana-Spitals Leuggern. «Wir können zulasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung allgemein versicherte Patienten abrechnen. Wir haben uns - bildlich gesprochen - für den Final qualifiziert und müssen nun schauen, dass wir diesen gewinnen.»

Um diese Aussage zu untermauern, zitiert Zimmermann die Gesundheitsdirektorin Susanne Hochuli: «Dort, wo die Patienten hingehen, wird es rentieren». Für Zimmermann ist es logisch, dass Häuser, die zu wenig Patienten haben, auch über weniger Geld verfügen und früher oder später vom Markt verschwinden. «Der Patient bringt nicht nur Arbeit ins Haus, sondern auch das überlebenswichtige Geld. Die Bevölkerung unseres Einzugsgebietes entscheidet, ob unser Spital überlebt oder vom Markt verschwindet.»

Krankenversicherer mit wichtiger Rolle

Eine ganz wichtige Rolle spielen für Spitaldirektor Zimmermann auch die Krankenversicherer: «Sie sollten künftig Preise bezahlen und nicht mehr Kosten vergüten. Es wird unabdingbar, dass wirtschaftlich gut arbeitende Spitäler honoriert und nicht bestraft werden. Dafür müssen die Krankenkassen ebenfalls einen Systemwechsel vornehmen. Es darf nicht mehr vorkommen, dass teure Spitäler für die gleiche Leistung mehr Geld erhalten als solche, die die Kosten im Griff haben und entsprechend ausgelastet sind. Das ist sowohl im Interesse der Prämienzahler als auch der Steuerzahler.»

Zimmermann stellt mit Genugtuung fest, dass sich das Asana-Spital Leuggern in den letzten Jahren gut auf die neue Situation vorbereitet hat. «Wir können unseren Leistungsauftrag mit hervorragenden Spezialisten und Fachärzten anbieten. Durch die Spitalliste sind wir nicht eingeschränkt und können praktisch unsere bisherigen Leistungen weiter anbieten. Unsere Abläufe stimmen und wir werden uns laufend weiterentwickeln und Schwachstellen korrigieren.»

Unternehmerische Freiheit

Auch Judith Meier, CEO der RehaClinic in Bad Zurzach, freut sich, dass ihre Aargauer Kliniken auf die Aargauer Spitalliste genommen worden sind: «Für RehaClinic bedeutet dies ein Vertrauensbeweis in unsere Kompetenzen in allen von uns beantragten Fachbereichen der Rehabilitation.» RehaClinic hat den Leistungsauftrag für alle drei Standorte im Kanton erhalten (Bad Zurzach, Baden und die akutnahe Neurorehabilitation im Kantonsspital Baden).

Auch dieser Entscheid hat in Bad Zurzach Freude ausgelöst, denn damit gewährt der Kanton RehaClinic ein grosses Mass an unternehmerischer Freiheit. Rückblickend verteilt Meier Rosen an die Adresse von Regierungsrätin Susanne Hochuli und deren Stab: «Die Art und Weise, wie kommuniziert und informiert wurde, ist für uns vorbildlich.»
Mit der Aufnahme auf die Aargauer Spitalliste hat sich RehaClinic eine gute Ausgangslage für die Aufnahme in ausserkantonale Spitallisten geschaffen. «Für uns ist auch die Aufnahme in die Zürcher Spitalliste von grosser Bedeutung», sagt Judith Meier. Rund 50 Prozent der Patientinnen und Patienten stammen aus dem Nachbarkanton.