Bad Zurzach

Drei Tage war das Wasser kalt, jetzt wärmt es wieder – Gott sei Dank

Die Gäste des Regionalbades Zurzach springen aus Spargründen künftig in 25 statt 26 Grad warmes Wasser. Rosmarie Mehlin

Die Gäste des Regionalbades Zurzach springen aus Spargründen künftig in 25 statt 26 Grad warmes Wasser. Rosmarie Mehlin

Im Regibad war in den letzten Tagen einiges faul – jetzt nehmen die Verantwortlichen Stellung.

Es geschah am Dienstag vor Fronleichnam: Plötzlich, Knall auf Fall, war das Eintauchen ins Nass vom Regibad total ernüchternd: Statt wohliger Wärme herrschte schlotternde Kühle. Auf Konsternation folgte Wut und die Gerüchteküche begann zu brodeln. Es wurde kolportiert, dass das Wasser aus Spargründen von den üblichen 26 Grad sukzessive auf 22 Grad hinuntergekühlt werde.

Drei Tage später war die Regibad-Wasserwelt wieder in Ordnung; vorab die Stammgäste aber blieben verunsichert. Gestern nun sind Daniel Metzger und Monika Dietsche als Vertreter der Regibad-Verbandsgemeinden sowie Chris Schweizer als Delegierter des Gemeinderats Bad Zurzach der az Red und Antwort gestanden. «Eine Senkung der Wassertemperatur auf 22 Grad hat nie zur Diskussion gestanden. Aber weil die Heizkosten dringend gesenkt werden müssen, wird die Temperatur um 1 Grad auf 25 Grad gesenkt», so Betriebsleiter Daniel Metzger.

Ein neu in der Schnellschwimmer-Bahn an der Wand zur Sprunggrube fest installiertes Thermometer ermöglicht den Gästen die Kontrolle. Allerdings räumt Metzger ein, dass sich wegen Lufttemperatur und Wind sowie einer gewissen Trägheit der Heiztechnik, Schwankungen sowohl nach unten als auch nach oben nicht vermeiden lassen.

Kassiererinnen werfen Handtuch

Nachdem das Regibad-Wasser seit 2006 nicht mehr durch Solvay-Abwärme, sondern mit Gas geheizt wird, seien – so Monika Dietsche – die Kosten kontinuierlich gestiegen. «In den letzten Jahren jeweils um durchschnittlich 18 Prozent pro Saison auf zurzeit rund 160 000 Franken.» Die Zahl der Inhaber von Saison-Abonnementen hingegen ist seit Jahren in etwa gleichbleibend, jene der Einzeleintritte logischerweise wetterabhängig. Insgesamt wird das Regibad pro Saison von durchschnittlich rund 80 000 Gästen frequentiert.

Wie erklärt sich, dass angesichts der angespannten finanziellen Lage jüngst vier zusätzliche Videokameras installiert wurden? «Die Kameras im Kassen- und äusseren Restaurantbereich wurden vor zwei Jahren installiert, nachdem das Bad mehrfach von Einbrechern heimgesucht worden war, wovon wir seither verschont geblieben sind. Nun stehen weitere Kameras bei den Bassins, die so im Kassenbereich zusätzlich zur Aufsicht der Badmeister im Auge behalten werden können.

Apropos Kasse: Alle vier langjährigen Kassierinnen haben kurzfristig per Ende Monat gekündigt. Laut Chris Schweizer wegen der wetterbedingten zahlreichen Dienstausfälle, was den Verdienst der im Stundenlohn entlöhnten Mitarbeiterinnen erheblich schmälert. «Wir bedauern das sehr, aber glücklicherweise nehmen am Dienstag zwei neue Kassiererinnen ihre Arbeit auf», so Metzger.

Wo sind die drei Millionen?

Den Vorwurf, dass die Energiespar-Absichten gegenüber den Gästen nicht kommuniziert wurden und so die Gerüchteküche erst richtig zum Brodeln brachten, lassen die Verantwortlichen gelten und wollen künftig rechtzeitig orientieren. «Wir werden unsere Anliegen in Zukunft offen darlegen und allfällige Abo-Preiserhöhungen kommunizieren», betont Dietsche. Umgerechnet kostet ein Saisonabo heute pro Tag 84 Rappen – jenes der Verbandgemeinden Rietheim, Böbikon, Rekingen und Bad Zurzach knapp 44 Rappen.

Was aber ist mit den drei Millionen Franken, von denen an der Saisoneröffnung 2013 die Rede war? Gross angekündigt wurde dieser Betrag damals als Investition in ein neues Restaurant sowie in Duschen und Garderoben. Der entsprechende Projektierungskredit war bereits an der Wintergmeind 2011 von Bad Zurzach bewilligt worden: «Der Kredit ist nach wie vor offen, ein Entscheid, wie es weitergehen soll, in Diskussion», so Schweizer. Diskutiert werde durchaus auch die Option, das Regibad künftig als reine Sommer-Badi zu führen. Völlig einig sind die Verantwortlichen zusammen mit den Gästen aber darin, dass «unser wunderschön gelegenes Regibad unbedingt weiter bestehen muss.»

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