Tennisclub Unteres Aaretal

Döttinger Tennisclub feiert Jubiläum und hat einen Fast-Bundesrat als Gründungsvater

Der Döttinger Tennisclub Unteres Aaretal (TCUA) feiert sein 50-Jahr-Jubiläum und rüstet sich für die Zukunft.

«Unter dem Namen Tennis-Club Unteres Aaretal besteht ein Verein, der die Pflege und Förderung des Tennissportes bezweckt.» So lautet Artikel 1 der Statuten des am 1. Dezember 1966 gegründeten neuen Vereins mit Sitz in Döttingen. Unterzeichnet waren die Statuten von Dr. Bruno Hunziker, damals wohnhaft am Föhrenweg in Klingnau. Hunziker war begeisterter Anhänger des weissen Sports und ebenso begeisterter Politiker.

Zwei Jahre nach der Gründung des TCUA wurde er in den aargauischen Regierungsrat gewählt, dem er bis 1976 angehörte. 1984 wurde Hunziker neben Elisabeth Kopp offizieller Bundesratskandidat. Gewählt wurde indes nicht der tennisbegeisterte Aargauer Politiker, was dem TCUA einen Bundesrat als Gründungsvater beschert hätte, sondern Kopp. Von 1977 bis 1987 war Hunziker Nationalrat und von 1987 bis 1991 Ständerat.

Um die Kosten für Platzbau und Spielbetrieb bestreiten zu können, mussten sich alle Clubmitglieder verpflichten, beim Eintritt einen Gründungsanteilschein über 200 Franken zu zeichnen. Am 16. Dezember 1966 stimmte die Döttinger Gemeindeversammlung dem Pachtvertrag für zwei Tennisplätze an der Surb zu.

Ende Mai 1967 hatten 72 Personen die Gründungsanteile gezeichnet und den Jahresbeitrag von 80 Franken entrichtet. Nur drei Monate später waren die Plätze spielbereit. Zur ersten Saison des Tennisclubs Unteres Aaretal Döttingen konnte am 26. August 1967 gestartet werden. Garderoben und Materialraum standen den Tennisspielerinnen und Tennisspielern im Untergeschoss des Schützenhauses zur Verfügung.

1971 beschloss die Generalversammlung den Bau eines Clubhauses, dessen Abrechnung um 80 Prozent höher ausfiel, als der Kostenvoranschlag vorsah.

Weisse Baumwollsocken Pflicht

Weitere wichtige Anlässe in den Gründungsjahren waren die diversen Freundschaftsspiele mit befreundeten Vereinen, das Winterturnen im «Johanniter» in Klingnau, die Chlausfeiern, Skiweekends, Weinreisen, Sommernachtsfeste, Beteiligungen am Winzerfest, Herbstreisen sowie Ranglistenspiele, Clubmeisterschaften, Handicap-Turniere, Freitagscups, Juniorencamps und Clubabende.

Eine kleine Anekdote am Rande: 1968 wurden die TCUA-Mitglieder mit einem Zirkular über die Eigenheiten des Tennissports aufgeklärt: «Wir wollen uns auch der Gepflogenheit anschliessen, dass allgemein zum Spiel die übliche weisse Bekleidung getragen wird. Dazu gehören auch weisse Socken, am besten aus Baumwolle, und geschlossene weisse Tennisschuhe». Weiter hiess es in besagtem Zirkular: «Da wir auf unseren Plätzen auch bei kühler Witterung spielen können, ist das Tragen eines Trainingsanzugs gestattet.»

Eine weitere, aus heutiger Sicht amüsante Nachricht betraf den geselligen Teil des Spielbetriebs: «Um den Kontakt und das Spieltraining zu fördern, wird versuchsweise ein Damennachmittag veranstaltet. Für das erste Mal sorgt Frau Dr. Hunziker für Tee und Gebäck. Sie bittet, Campingstühle und Tische mitzubringen, damit genügend Sitzgelegenheiten vorhanden sind. Kinder können auch mitgebracht werden.»

Aufstieg in die Nationalliga B

Bemerkenswert ist aber nicht nur die Gründungsgeschichte des TCUA Döttingen, sondern sind auch die zahlreichen sportlichen Erfolge. Höhepunkt war 1997 der Aufstieg der ersten Mannschaft um Captain Beda Mrose in die NLB, der zweithöchsten Spielklasse der Schweiz. In der Mannschaft standen Beda Mrose, Patrick Richner, Ivan Richard, Diego Franzetti, Frank Hoheisel, Sandro Hess, Adrian Meier, Stefan Reist, Michael Back und Daniel Erne. Aussergewöhnlich am Team aus dem unteren Aaretal war, dass konsequent auf teure ausländische Verstärkungen verzichtet wurde.

Grösste Stärke des Teams war der kameradschaftliche Zusammenhalt, was sich insbesondere in den Doppelpartien positiv bemerkbar machte. 2007 stieg die erste Mannschaft des TCUA ein zweites Mal von der NLC in die NLB auf, doch diesmal hätte sich die Döttinger Aktiv-Mannschaft verstärken müssen, um in der zweithöchsten Klasse einigermassen bestehen zu können. So wurde die NLB-Lizenz schweren Herzens an Aarau übertragen, was gleichzeitig den Abgang einiger sehr guter Tennisspieler bedeutete.

Aktuelles Aushängeschild des Tennisclubs Unteres Aaretal ist Oliver Mrose (24), Sohn des seit 14 Jahren amtierenden Präsidenten Beda Mrose. Oliver Mroses beste Klassierung im ATP-Ranking stammt aus dem Jahr 2015 (Platz 1197).

Grosse Bauten und Umbauten

Um den Spielbetrieb zur Zufriedenheit der Mitglieder abwickeln zu können, musste die Anlage an der Surb stetig ausgebaut werden. Die Betonplätze aus den Anfangszeiten wurden dank einer Zonenplanänderung der Gemeinde Döttingen um drei Sandplätze unterhalb der Chuntestrasse ergänzt. 1987 mussten die Hartplätze beim Clubhaus durch Quarzsandplätze ersetzt werden. Diese wurden 1994 bei einem Unwetter so stark unter Wasser gesetzt und mit Schlamm bedeckt, dass das Wasser nach Regenfällen nie mehr richtig ablaufen konnte und die Plätze Mitte 2011 erneut ersetzt und mit einem modernen Sand-Äquivalentteppich ausgestattet wurden.

Neustes Projekt des TCUA Döttingen ist die Komplettsanierung der oberen drei Sandplätze. Die Hauptarbeiten sind im Spätherbst abgeschlossen worden. Beendet werden die Arbeiten an den neuen Sandplätzen mit dem Einbau der Linien im nächsten Frühling. Danach ist der TCUA Döttingen bereit für die nächsten 50 Jahre.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1