Mitte November hatten die Döttinger Stimmbürger den Zusammenschluss mit Klingnau an einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung abgelehnt. Ein Pro-Fusions-Komitee hat sich nun aber zum Ziel gesetzt, bis zum 12. Dezember die benötigten 200 Unterschriften zu sammeln und damit das Referendum gegen den Gemeindeversammlungs-Beschluss zu ergreifen. Werden genügend Unterschriften fristgerecht eingereicht, würde es am 3. März 2013 zu einer Entscheidung an der Urne kommen.

«An der ausserordentlichen Gemeindeversammlung war nur ein Bruchteil der Stimmberechtigten dabei. Über eine Fusion, einen solch zukunftsweisenden Entscheid, muss an der Urne abgestimmt werden», sagt Initiant Christoph Rechsteiner, der auch in der Finanzkommission der Gemeinde sitzt. Die Zeit sei knapp, schon am übernächsten Mittwoch müssen die Unterschriften eingereicht werden. Die Chancen, dass das Referendum zustande kommt, stehen dennoch gut.

Zwar trifft sich Rechsteiner erst morgen Mittwoch mit Claudia Hauser, Claudia Simon und anderen Interessierten, um das Komitee offiziell zu gründen und die Unterschriftensammlung zu organisieren. Es seien aber bereits viele Leute am Sammeln. «Die Rückmeldungen deuten an, dass schon 100 Unterschriften zusammengekommen sind.»

«Schwache Kampagne»

Am 9. November hatten die Klingnauer Stimmberechtigten einen Zusammenschluss mit 225 gegen 109 Stimmen befürwortet; in Döttingen aber sagten 234 Stimmberechtigte Nein und nur 139 Ja. Das Nein an der Gemeindeversammlung in Döttingen habe er befürchtet und erwartet, sagt Rechsteiner. «Die Kampagne der Befürworter war schwach.

Wenn dann zwei Drittel der Stimmbürger Nein sagen, muss man von einer deutlichen Abfuhr sprechen.» Dennoch glaubt Rechsteiner, dass ein Ja an der Urne möglich ist. «Wir müssen bis zum 12. Dezember die Unterschriften zusammenbringen und danach die Bevölkerung von den Vorteilen überzeugen. Eine Fusion wäre eine grosse Chance für Döttingen und Klingnau», ist Rechsteiner sicher.

«Die Argumente der Fusions-Gegner sind sehr kurzsichtig.» Sie würden hauptsächlich von den finanziellen Nachteilen sprechen, die ein Zusammenschluss mit sich bringen würde. «Eine Fusion wird aber für die nächsten 100 oder 200 Jahre beschlossen; da verlieren finanzielle Überlegungen völlig an Bedeutung», sagt Rechsteiner. «Eine grössere Gemeinde wäre stärker und deshalb finanziell selbstständiger.»