Rheintallinie

Direkte Zugverbindung nach Basel: Das fordern zwei Zurzibieter Grossräte

Auf der Rheintalstrecke zwischen Koblenz und Laufenburg fahren seit 25 Jahren nur noch Güterzüge.

Zwei Grossräte lassen nicht locker: Die Rheintallinie von Winterthur via Bad Zurzach nach Basel soll wieder eingeführt werden.

Seit 25 Jahren fahren nur noch Güterzüge auf der Rheintalstrecke zwischen Koblenz und Laufenburg. Wer mit dem öffentlichen Verkehr ins Fricktal reisen möchte, muss den Bus nehmen. Mehrere Zurzibieter Politiker sind auf kantonaler und nationaler Ebene aktiv geworden, um dies zu ändern.

Bald kommt der nächste Vorstoss: An der nächsten Grossratssitzung am 5. November reichen Andreas Meier und René Huber (beide CVP) ein Postulat ein mit der Forderung an den Regierungsrat, beim Bund die Wiedereinführung der Interregio-Bahnverbindung von Winterthur nach Basel zu beantragen.

Der Zug soll unter anderem in Bad Zurzach und Koblenz halten. Zudem fordern die beiden Grossräte, die Finanzierung der Elektrifizierung der Deutschen Bahn nur zu unterstützen, wenn auf Schweizer Seite die Interregio-Bahnverbindung ebenfalls umgesetzt werde.

ur Erinnerung: Der Bund stellte einen finanziellen Beitrag für die Elektrifizierung in Aussicht, die jenseits des Rheins auf deutschem Boden verläuft.

«Ernüchternde Antwort» auf ersten Vorstoss

Es ist bereits der zweite Vorstoss von Huber und Meier. Auf ihre Interpellation vom November 2018 hätten sie eine ernüchternde Antwort erhalten, sagte Meier vor kurzem. Ähnlich erging es 2010 den damaligen SP-Grossräten Jürg Caflisch aus Baden und Astrid Andermatt aus Lengnau mit ihrer Interpellation.

Im Herbst 2018 wurde der Zürcher Nationalrat Thomas Hardegger (SP) in einer Anfrage im Parlament aktiv, im vergangenen Juni zog der Leibstädter Nationalrat und Ständeratskandidat Hansjörg Knecht (SVP) mit einer Interpellation nach.

Knecht wollte vom Bundesrat wissen, wie weit die Planung in Sachen Elektrifizierung zwischen Basel und Schaffhausen fortgeschritten ist. Knecht findet, das Geld soll lieber in der Schweiz statt in Deutschland investiert werden.

Im September lieferte eine Studie von zwei Studenten der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften Daten, die zeigen, dass mit der geforderten Strecke ein verhältnismässig grosses Nachfragepotenzial abgedeckt würde.

Gleichzeitig wären die Investitionen für die Wiederinbetriebnahme der Verbindung entlang des Rheins nicht übermässig hoch. Diese Studie zitieren Andreas Meier und René Huber auch in ihrem Vorstoss, den sie im November einreichen wollen und bei dem es sich nicht mehr um eine Anfrage, sondern um einen Auftrag an den Regierungsrat handelt, die Wiedereinführung der Rheintallinie zu prüfen.

«Die Interregioverbindung ist mit relativ kleinen Infrastrukturkosten umsetzbar und bietet den Passagieren eine komfortable, schnelle Verbindung ohne Umsteigen», schreiben sie im Postulat. Sie weisen auf das genügend grosse Passagierpotenzial bei relativ geringen Kosten hin.

«Koblenz, Bad Zurzach, das ganze Zurzibiet und das untere Aaretal rücken mit dieser Verbindung näher an Basel, Winterthur und Zürich», heisst es im Postulat weiter. Die lokalen Reisezeiten würden im Vergleich zu heute massiv verkürzt.

«Für Bad Zurzach trägt die Anbindung an diese Interregioverbindung sehr wesentlich zur Förderung des Tourismus und zum Erhalt der Arbeitsplätze bei.»

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