Acht Monate dauerte die Bauphase, um ein altes Wohngebäude in Kleindöttingen /Böttstein am Klingnauer Stausee zu renovieren und mit einem Neubau zu ergänzen. Entstanden ist ein moderner Holzbau. Zusätzlich wurde das umliegende Gebiet renaturiert und zu einem Erlebnispfad gemacht, auf dem Besucher einen Einblick in die heimischen Tier- und Pflanzenarten und deren natürlichen Lebensraum erhalten. Dieses Wochenende wird das Naturzentrum von Birdlife Aargau und Birdlife Schweiz nun eröffnet.

«Täglich kommen hier viele Spaziergänger, Velofahrer oder Ornithologen vorbei», sagt Petra Zajec, Leiterin des Naturzentrums. «Weil es immer mehr Besucher hat, kommt es zu Konflikten zwischen Mensch und Natur. Da wollen wir eine Schnittstelle bilden.» Das Naturzentrum soll folglich den Naturschutz mit der Erholung verbinden. Denn vielen Vögeln, darunter auch einigen seltenen Arten wie etwa dem Eisvogel, dient das Gebiet als Rastplatz und Überwinterungsort. «Uns ist es ein Anliegen, die Bevölkerung zu informieren und zu sensibilisieren», sagt Werner Müller, Geschäftsführer von Birdlife Schweiz. «Das soll aber nicht in Form von trockenem Wissen, sondern mit spannenden Erlebnissen geschehen.»

Aus erster Hand erfahren

Ein Bereich der Ausstellung widmet sich Wasser- und Zugvögeln. Ein Modell mit Zahnrädern verbildlicht die Zugrouten der verschiedenen Vogelarten. Auch erfahren Besucher von den Gefahren, die den Vögeln dabei drohen, wie etwa die Überwindung der Alpen oder menschengemachter Hindernisse. Anhand eines heissen Drahts kann man sich daran selbst versuchen. Ein weiterer Teil der Ausstellung thematisiert die Auengebiete mit einem Pop-up-Buch und einer interaktiven Videowand. Auf dem Naturpfad hinter dem Zentrum können Besucher die Tiere gleich in ihrer natürlichen Umgebung beobachten. So zeigen sich im Weiher bereits Frösche, eine Biberfamilie hat sich im Bach angesiedelt, und Graureiher kommen regelmässig zum Ausruhen in das 70 Aren grosse Gärtlein.

«Es war schon lange ein Wunsch von uns, hier ein Zentrum zu erbauen», sagt Kathrin Hochuli, Geschäftsführerin von Birdlife Aargau. Die Finanzierung des Betriebs übernehmen Birdlife Aargau und Birdlife Schweiz als Träger des Projekts. Zudem fliessen die Einnahmen aus den Eintritten an den Wochenenden sowie aus den Workshops und Führungen unter der Woche für Schulklassen und Gruppen in den Erhalt des Zentrums. Dieses ist im Übrigen ganzjährlich zugänglich. Die Öffnungszeiten sollen in Zukunft auch ausgedehnt werden, damit Besucher auch unter der Woche etwas über die vielen Tierarten lernen. Den Bau des gut zwei Millionen teuren Zentrums finanzierte einerseits die Standortgemeinde Böttstein sowie diverse Sponsoren und der Swisslosfonds. An der Eröffnungsfeier am Freitag waren neben Slam-Poet Laurin Buser, Regierungsrat Stephan Attinger und Gemeindeammann Patrick Gosteli auch rund 270 weitere Gäste vertreten.

Eröffnung Samstag, 25. Mai, von 10 bis 20 Uhr, Sonntag, 26. Mai, von 8 bis 18 Uhr.

Das Naturparadies Klingnauer Stausee in 27 Bildern: