«Musik macht wachsam. Musik weckt die Fantasie. Sie tröstet dich, wenn du traurig bist; sie bringt dich zum Lachen, wenn du dir Sorgen machst, und sie macht dir den Kopf klar, wenn alles drunter und drüber geht.» Gedanken wie diese des bedeutenden Violinisten Isaac Stern (1920-2001), hatten in Erwin Hort aus Bad Zurzach, langjähriger Rotarier und Mitinhaber der Firma Stoll Giroflex in Koblenz, basierend auf dem Credo der Rotarier-Angehörigen – dienen und fördern, was anderen Menschen nützt – Idee geweckt, einen Förderwettbewerb für junge Musikerinnen und Musiker ins Leben zu rufen. Hort war bei weiteren Angehörigen des Service-Clubs auf offene Ohren gestossen. 1999 hatten die Rotary Clubs Zurzach-Brugg, Brugg-Aare-Rhein und Laufenburg-Fricktal in Zusammenarbeit mit den rund 20 Musikschulen der entsprechenden Regionen erstmals den Wettbewerb «Prix Rotary» durchgeführt.

Dreiköpfige Fachjury

Am Samstag hatten sich 30 Musikerinnen und Musiker im Alter zwischen 8 und 16 Jahren an der 17. Auflage des Wettbewerbs der Öffentlichkeit und vor allem den Juroren – drei professionellen Musikern – gestellt. Diese bewerten Technik, Rhythmik, Dynamik, Tonkultur und Intonation, Musikalität und Interpretation. «Was die Instrumente betrifft, so setzen wir alle zwei Jahr zwei andere Schwerpunkte. Dieses Jahr waren es Blasinstrumente und Klavier», so Programmgestalter Masaya Higashigaito. Der langjährige, inzwischen pensionierte Querflöten-Lehrer an der Musikschule Brugg fügt an, dass hingegen die Wahl der Instrumente in den Kategorien Duo oder Ensemble bei jedem Wettbewerb offen sei. Diesmal wurde in den fünf teilnehmenden Ensembles nebst Klavier auch Violine, Viola, Cello und Gitarre gespielt.

Bei der Wahl der vorgetragenen Kompositionen sind die jungen Musikerinnen und Musiker frei: «Es kann ebenso ein Stück von Scarlatti, Mozart oder Dvorak sein, wie von einem Zeitgenossen, so wie dieses Jahr ein Klavierstück vom 1966 geborenen amerikanischen Komponisten Jon Schmidt zu hören war», so Higashigaito. Jeder Vortrag darf höchstens 8 Minuten dauern.

«Der Wettbewerb ist nicht etwa eine elitäre Veranstaltung. Er soll Kindern und Jugendlichen Ansporn sein, sich mit ihrem Musiklehrer konzentriert darauf vorzubereiten, sich der Öffentlichkeit stellen zu können und die Gelegenheit zu haben, untereinander ihr Können zu messen», so Kommissionspräsidentin Gudrun Goitein aus Windisch. Stolz fügt die pensionierte Onko-Radiologie-Ärztin an, dass mehrere «Prix Rotary»-Preisträgerinnen und -Preisträger der vergangenen 16 Jahre inzwischen Karriere als Musiker gemacht haben.

Ein Zusatzpreis

In der Regel wird je ein erster und zweiter Preis an Musiker oder Musikerinnen und an Ensembles vergeben. Eine hervorragende Leistung kann zusätzlich mit dem «Prix Rotary» ausgezeichnet werden. Wenn Leistungen nicht den Vorstellungen der Jury entsprechen, wird kein Preis verliehen; wenn hingegen die Leistung mehrerer Schüler, respektive Schülerinnen etwa auf dem gleichen Niveau ist, erhalten diese – ex aequo – den gleichen Preis. «Auch bei diesem Wettbewerb ist allerdings der olympische Gedanke vorrangig, dass teilnehmen wichtiger ist als siegen», hält Präsidentin Goitein dezidiert fest.