Endingen

Dieser Torhüter bringt seine Gegner zum Verzweifeln

Nach der Rückenoperation beissen sich die Gegner wieder die Zähne an ihm aus: André Willimann, Torhüter des TV Endingen.

Nach der Rückenoperation beissen sich die Gegner wieder die Zähne an ihm aus: André Willimann, Torhüter des TV Endingen.

André Willimann, der Torhüter des TV Endingen, befindet sich schon kurz nach seiner bislang längsten Verletzungspause wieder in Topform. Nächste Saison will der 30-Jährige in der Nationalliga A auflaufen

Vom südwestlichen Zipfel der Region Zofingen bis ganz in den Nordosten des Kantons nach Endingen – diese Strecke nimmt André Willimann jeden Tag auf sich, um mit dem TV Endingen trainieren zu können. Rund eine Stunde braucht der 30-jährige Dagmerseller für seine Fahrt quer durch den Aargau.

Im Surbtal ist man froh, dass André Willimann diese Strecke täglich zurücklegt, denn in der laufenden Spielzeit befindet sich der Torhüter in beneidenswerter Form. Mit einer Fangquote von durchschnittlich beinahe 45 Prozent – ein sehr hoher Wert – hat Willimann wesentlichen Anteil daran, dass der TV Endingen bis zum siebten Spieltag in der gesamten Nationalliga B am wenigsten Gegentreffer kassiert hat.

Schnelle Genesung

Dass der Endinger Schlussmann derart gut spielt, ist nicht selbstverständlich. In der Rückrunde der Saison 2014/15 hatte André Willimann einen Bandscheibenvorfall erlitten und musste sich im März einer Rückenoperation unterziehen.

Mehrere Monate standen statt Handballtraining Reha- und Aufbaueinheiten auf dem Programm. Es war die längste unfreiwillige Pause in der Karriere des Dagmersellers. Den ersten Teil der Saisonvorbereitung mit dem TV Endingen konnte Willimann dann auch nicht ohne Einschränkungen bestreiten. Erst seit August kann er wieder voll mittrainieren. Und trotzdem ist er derzeit die klare Nummer eins zwischen den Pfosten des TV Endingen.

«Ich habe mich sogar noch etwas schneller erholt als ursprünglich gedacht. Das hat mir viel Sicherheit und Vertrauen gegeben, wodurch ich mich sehr schnell wieder an den Spielrhythmus gewöhnt habe. Schliesslich stehe ich ja auch nicht erst seit gestern im Tor», sagt er mit einem Schmunzeln.

In der Tat, denn mittlerweile hütet André Willimann, der bei seinem Heimklub in Dagmersellen das Handball-Einmaleins erlernt hat, seit beinahe 18 Jahren das Tor. Und selbst davor hat man ihn stets zwischen den Pfosten angetroffen.

«Egal ob im Fussball oder im Unihockey – ich ging immer ins Tor, wenn jemand gebraucht wurde», erinnert sich Willimann. Warum ihn bereits als Kind die Position des Torhüters gereizt hat, kann er nicht genau erklären.

Was ihn jedoch heute daran fasziniert, weiss er ganz genau: «Der Torhüter hat eine zentrale Position und ist fast an jeder Aktion beteiligt. Diese Verantwortung zu tragen und dabei auf dem schmalen Grat zwischen Held und Depp zu wandern – das macht es für mich aus.»

Weiter ungeschlagen

In der nächsten Saison will André Willimann, der derzeit neben dem Handball ein 70-Prozent-Pensum im Familienbetrieb bestreitet, unbedingt wieder in der höchsten Schweizer Spielklasse auflaufen.

Und wer weiss, wenn Willimann weiterhin mit so vielen Paraden glänzt, könnte er dieses Ziel sogar im Dress des TV Endingen erreichen. Den nächsten Schritt auf dem Weg dahin haben die Surbtaler gestern gemacht.

Auch in der achten Runde konnten sie ihre Ungeschlagenheit wahren, wenn auch äusserst knapp. Die Endinger gewannen zu Hause gegen die Kadetten Espoirs mit 33:32.

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