Döttingen

Dieser HCD gewann - bei seinem Publikum

Bandleader und Trainer des HCD. René Flury arrangiert und dirigiert beim Handharmonika-Club Döttingen.  pid

Bandleader und Trainer des HCD. René Flury arrangiert und dirigiert beim Handharmonika-Club Döttingen. pid

Der Handharmonika-Club liess es an seinem traditionellen Jahreskonzert swingen. Die vier Formationen unter der Leitung von René Flury gefielen mit fetziger Musik, volkstümlichen Klängen über rassigen Swing bis zur gefühlvollen Ballade.

Der Vergleich zwischen den beiden HCD drängte sich an diesem Abend auf. Immerhin verweist der Handharmonika-Club Döttingen auf seiner Homepage auf den grossen sportlichen Bruder in Davos. Beide spielten am Samstag in ausverkaufter Halle und hatten ihre Fans hinter sich. Im Gegensatz zu den Davosern nutzte der HC Döttingen aber seinen Heimvorteil und punktete beim entscheidenden Auftritt des Jahres. Immerhin hatte «Trainer» René Flury sein Team in einem Trainingslager intensiv auf dieses Spiel vorbereitet.

Ganz dem amerikanischen Swing gewidmet hatte der Handharmonika-Club sein traditionelles Jahreskonzert. Die unvergessenen Melodien von Glenn Miller liessen das Publikum mitwippen und mitklatschen. Zur eigentlichen Big Band unter Bandleader Flury wurde der Handharmonika-Club, als er mit der «Moonlight-Serenade» die bekannte Ballade mit viel Gefühl zu Gehör brachte.

Eher patriotisch kam der Marsch «American Patrol» daher. Die Harmonika-Version des «St. Louis Blues» erinnerte stark an die Klarinettenstimmen der Originalversion. Auch sportlich zeigten sich die Spielerinnen und Spieler in Form. Viel Bewegung ging durch die Reihen des Handharmonika-Clubs, die sich mit ihren Instrumenten während des Musizierens abwechslungsweise erhoben und wieder setzten.

In der Eishockeysprache würde man von einem Sololauf mit einschlagendem Erfolg sprechen. Den legte Sonja Müller mit ihrem virtuosen Solo in «Powerplay» vor: ein starkes Powerplay in der Unterzahl. Rassig, swingend und facettenreich setzte der HCD das Stück «Mr. Rock meets Mr. Swing» um. Bereits im Nachthemd kündete Ansager Richi Kicza den Gute-Nacht-Titel «Mr. Sandman» an. Das Schoggi-Bettmümpfeli war serviert, beruhigende Musik ertönte, die aber keineswegs einschläfernd wirkte.

Die Partie in Döttingen verlief ohne Strafminuten, aber wie in Davos mussten alle Teams in die Verlängerung. Das Publikum wünschte eine Zugabe von der Formation der Jüngsten. Die Schüler der umliegenden Musikschulen gefielen mit Schlagern und fetzigem Twist. Das Nachwuchsorchester des HCD wählte für seine Vorträge modernen Sound von der Gruppe Pink oder von Lady Gaga. Mit ihrem «Paparazzi» wagten sich die Junioren auch an einen anspruchsvollen Titel. Ü50 nennt sich die Schwyzerörgeli-Gruppe des Handharmonika-Clubs, welche mit volkstümlichen Klängen und dem «Tango Amore» Abwechslung in das Konzert brachte. Das Publikum verlangte mit grossem Applaus von allen vier Formationen Zugaben. Sowohl die Schüler, die Junioren, die Senioren als auch die erste Mannschaft des HCD waren die grossen Gewinner an diesem Abend.

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