Lengnau

Dieser Aargauer Jungmanager gewinnt den Hotel-Oscar

Damian Killer (28) ist Geschäftsführer eines Hotels in Laos. An den «World Luxury Hotel Awards» gewinnt sein Viersterne-Haus die höchste Auszeichnung.

Fast 30'000 Schweizer wandern jedes Jahr aus. Entweder permanent, um zu studieren, oder um zu arbeiten. Rund 150 davon leben im südostasiatischen Land Laos. Einer von ihnen ist Damian Killer, der vor vier Jahren auszog, um sich in der internationalen Hotellerie seine Sporen abzuverdienen.

Mit Erfolg: Seine letzte Visite in die Schweiz führte ihn nicht ins heimische Surbtal, wo seine Familie nach wie vor wohnt. Killer folgte einer Einladung ins Engadin nach St. Moritz. Im Nobelort nahm er an der Verleihung der globalen Organisation «World Luxury Hotel Awards» teil, die erstmals in der Schweiz stattfand. Killer befand sich in illustrer Gesellschaft. Über 300 Hoteliers aus 80 Ländern waren anwesend. Die Auszeichnung gilt als Oscar des internationalen Hotel-Geschäfts.

Gearbeitet, wo DiCaprio drehte

Unter den Nominierten befand sich auch «The Belle Rive Boutique Hotel» in Laos. In der Kategorie «Luxus Kultur Hotel in Asien» erhielt das Viersterne-Haus, das im Norden des Landes liegt, die goldene Trophäe. General Manager des kleinen Bijous am Mekong ist seit 2014 Damian Killer.

Entsprechend gross war seine Freude. «Fürs Renommee des Hotels ist dieser Preis unglaublich wertvoll», sagt der Jungunternehmer. Das ganze Team sei stolz, als bestes kulturelles Hotel in ganz Asien ausgezeichnet worden zu sein. «Damit hätten wir niemals gerechnet.»

Die Auszeichnung ist für den 28-Jährigen der vorläufige Höhepunkt seiner noch jungen beruflichen Karriere. Nach der Hotelfachschule in Luzern bewarb sich Killer für einen Job in Thailand. Auf der Ferieninsel Phuket nahm er eine Stelle als Guest Relation Manager an. «Ein tolles Hotel mit viel Gästekontakt», erinnert er sich.

Der dazugehörige Privatstrand erlangte durch den Film «The Beach» mit Leonardo DiCaprio Bekanntheit. Einer der Gäste war der Besitzer vom «Belle Rive» in Luang Prabang. «Er gab mir 400 Dollar für ein Flugticket und bat mich, mir das mal anzusehen.»

Für Damian Killer erfüllte sich damit ein Traum. Seit 2014 leitet er das Hotel mit 15 Zimmern, zwei Airbnb-Häusern und 26 Angestellten. Inzwischen ist er auch Teilhaber der Anlage und plant gerade weitere Projekte.

Berufliches und privates Glück

Bei so viel geschäftlichem Engagement stellt sich fernab von Familie und Freunden die Frage nach dem Heimweh. «In Thailand gabs das, hier in Laos weniger. Auch dank einer tollen Expat-Gemeinschaft. Wir spielen zweimal die Woche Fussball, einmal Tennis und machen Ausflüge mit dem Motorrad.» Der Lengnauer erhält zudem regelmässig Besuch aus dem Zurzibiet. Mutter Rösly, Vater Heiner und Schwester Livia waren schon mehrmals auf Besuch. «Meine Mutter ist seit einem Jahr pensioniert und hat seither viel Zeit.»

Neben dem beruflichen Erfolg hat Damian Killer in Asien auch privat sein Glück gefunden. Er ist mit einer Laotin liiert, die in Genf studiert hat, für die Schweizer Non-Profit-Organisation Helvetas arbeitet und ihn voll unterstützt.

Das wird auch nötig sein: Diesen Monat eröffnet er eine neue Boutique. Ende April beginnt der Ausbau von zehn weiteren Zimmern. «Ausserdem gründen wir eine Management-Company für Hotels in Laos und starten im Sommer mit dem ersten Objekt mit 40 Zimmern», verrät Killer.

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