Einfach still dasitzen fällt ihr nicht nur schwer, sie kann es schlicht und einfach nicht. Moira Buser ist, wie sie selbst sagt, ein «Bewegigs-Füdli». Auch während des Gesprächs kann sie nicht ruhig bleiben. Sie verändert die Sitzposition, spricht mit dem ganzen Körper und lacht viel. Komplettiert wird ihr hibbeliges Erscheinungsbild durch ihre roten, langen Haare. Vor einem Jahr hat Moira von blond auf rot gewechselt. «Das passt viel besser zu mir. Damit fühle ich mich wohl.» Die roten Haare kommen ihr auch bei ihrem zeitintensiven Hobby zugute. Sie unterstreichen ihre ausdruckstarken Bewegungen beim Tanzen.

Verliebt in Contemporary

In ihrem Kinderzimmer tanzte Moira so, wie es ihr gefiel. Zu Britney Spears und Co. bewegte sie sich im Takt und testete unterschiedliche Tanzschritte. Auch in Akrobatik übte sie sich, brachte sich Kunststücke wie Überschläge, den Handstand und das Rad selbst bei. Mit zwölf Jahren wurde Moira auf einen Breakdance-Kurs aufmerksam. «Das ist ein später Einstieg ins Tanzen, denn viele Profitänzer stecken schon mit vier in den Tanzschuhen. Ausserdem gibt es beim Breakdance fast keine klassische Tanztechnik, wie man es vom Ballett kennt.»

Mit 13 wurde Moira von Reni Schneider, Leiterin der Tanzschule Enjoy-Dance, zusätzlich in den Hip-Hop-Kurs geholt und mit 14 zum Jazz/Contemporary. Sie kann sich noch heute genau daran erinnern, als sie nach der ersten Jazz-Stunde den Raum verliess. Sie sagte zu ihrer Mutter: «Ich weiss nicht, was ich all die Jahre gesucht habe, aber ich habe es endlich gefunden.» Sie war hin und weg, weil Contemporary Drehungen, Bodenteile und fliessende Bewegungen vereint – all das, was sie als Kind alleine in ihrem Zimmer beim Improvisieren getanzt hatte.

«Ich mache mein Ding»

Die 22-Jährige hat sich das Meiste mit Hilfe von YouTube-Videos beigebracht. Ihre Trainerin unterstützt sie in der Tanztechnik. Moiras extreme Beweglichkeit beeinflusst ihren Tanzstil. Ihre kraftvollen Bewegungen werden mit akrobatischen Elementen gespickt. Während des Tanzens kann man der Aargauerin die Gefühle, die sie mit der Choreografie ausdrücken möchte, in ihrem Gesicht ablesen. Mal schaut sie emotional berührt, mal lächelt sie keck. Die junge Tänzerin meint, dass sie durch ihre einzigartigen Auftritte überzeugt: «Ich mache mein Ding, auch wenn es ein unkonventioneller Stil ist. Mein Fokus liegt mehr auf der Ausstrahlung von Power und Emotionen als auf klassischen Elementen.» Mit dieser Einstellung erreichte sie 2015 das Halbfinale bei «Die grössten Schweizer Talente» und holte sich drei Mal in Folge den Schweizermeistertitel im Jazz/Modern Dance in der Kategorie Amateure. Sie darf mittlerweile sogar in der Profi-Kategorie tanzen.

Sie lebt fürs Tanzen

Vor kurzem hat sich die Tänzerin den Künstlernamen «Moira Menari» zugelegt. Natürlich gehören zum Namen, der übrigens «Tanz» auf indonesisch bedeutet, auch eine eigene Webseite und Social-Media-Präsenz. Moira hat sich zu diesem Schritt entschieden, weil es ihr Wunsch sei, ihre Zukunft mit dem Tanzen zu verbringen. Das könne in Form von Shows, Werbeaufträgen aber auch als Tanzlehrerin und Choreografin sein. «Dazu braucht es Werbung und Präsenz, um die Leute darauf aufmerksam zu machen, dass sie mich für Events buchen können. Für mich ist klar, dass das Tanzen immer einen Platz in meinem Leben hat.»

Momentan steht eine fantasievolle Show in den Startlöchern, denn ihre Tänze sollen durch Videoprojektionen unterstützt werden. Während ihrer Performance, werden Animationen an die Wand projiziert, mit denen sie agieren kann. «Ich hoffe, dass sich mit dieser Show neue Auftrittsmöglichkeiten ergeben und ich das Publikum mit einmaligen Impressionen begeistern kann.»

Profitänzerin Sévérine Studer erzählt im Audiointerview, wie Tänzer von ihrem Beruf leben können: