Güsel

Die Zurzibieter Güselgruben sollen entschärft werden

Qualmende Kehrichtdeponie am Rande eines Dorfes: in den Fünfziger- und Sechzigerjahren ein alltägliches Bild. ARCHIV

Qualmende Kehrichtdeponie am Rande eines Dorfes: in den Fünfziger- und Sechzigerjahren ein alltägliches Bild. ARCHIV

Der Kanton rät Gemeinden im Zurzibiet, Altlasten in Deponien untersuchen zu lassen – geschieht dies bis 2017, leistet der Aargau einen Beitrag an die Sanierungskosten.

Was früher an Haushaltkehricht, Sperrgut und vielfach auch an Sondermüll wie Farben, Lösungsmittel, Autopneus oder Fernseher am Dorfrand in eine Grube geschüttet wurde, ist heute überdeckt und für die Bevölkerung nicht mehr sichtbar. Doch die Abfälle sind immer noch da und können Grundwasser und Oberflächengewässer gefährden.

Vor diesem Hintergrund hat der Grosse Rat im Oktober 2012 beschlossen, das Einführungsgesetz zum Umweltrecht mit einer Frist für Beitragszahlungen zu versehen. Lassen die Gemeinden ihre Deponien bis 2017 auf das Gefahrenpotenzial untersuchen, leistet der Kanton an die Sanierungskosten einen Beitrag von 30 Prozent.

Auch der Bund beteiligt sich

Da sich auch der Bund an den Untersuchungskosten ehemaliger Kehrichtdeponien in den Gemeinden sowie an den allenfalls notwendigen Sanierungs- und Überwachungsmassnahmen mit 40 Prozent beteiligt, verbleibt den Gemeinden ein Anteil von 30 Prozent. Die Untersuchungskosten liegen zwischen 10  000 und 30 000 Franken; die Sanierungskosten können je nach Gefährdungspotenzial ungleich höher sein.

In einem Teil der Gruben wird nur die Entwässerungsleitung saniert werden müssen. In anderen Fällen sind Aushub und fachgerechte Entsorgung unumgänglich.

Im Bezirk Zurzach sieht der Kanton Handlungsbedarf an 36 Standorten in 21 Gemeinden. Fünf Gemeinden sind aufgefordert, drei Standorte zu überprüfen, vier Gemeinden sollten das Gefährdungspotenzial an zwei Standorten überprüfen. In den meisten Zurzibieter Gemeinden ist die Empfehlung des Kantons, die Gruben bis 2017 untersuchen zu lassen, um danach in den Genuss des Kantonsbeitrags zu kommen, nach Eintreffen des Schreibens thematisiert worden.

Anreiz statt Forderung

In einigen Gemeinden sind die Untersuchungen bereits erfolgt, in anderen stehen sie noch an. Eine Umfrage in verschiedenen Gemeinden hat ergeben, dass die Behörden den Handlungsbedarf erkannt haben und gewillt sind, das Problem innerhalb der vom Kanton vorgegebenen Frist anzugehen. Peter Kuhn, stellvertretender Leiter der Abteilung für Umwelt im Departement Bau, Verkehr und Umwelt betont, dass der Kanton mit der Frist nicht Druck auf die Gemeinden aufsetzen wolle. Vielmehr handle es sich um einen Anreiz, das Thema «Altlasten» innert nützlicher Frist anzugehen.

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