Draussen auf dem Pausenplatz tobte sich eine Handvoll Schüler beim Basketballspielen vergnügt aus, drinnen in der alten Turnhalle in Kleindöttingen verloren sich zwei Dutzend Besucher. Vorne auf dem Podium nahmen die Teilnehmenden eine Auslegeordnung vor, wie eine intakte Jugendarbeit funktionieren soll.

Im Unteren Aaretal gibt es seit 2003 mit der regionalen Jugendarbeit (RJAAK) ein entsprechendes Gefäss. Anfang Juni teilte die verantwortliche Betriebskommission mit, dass die Treffs in Döttingen, Klingnau und Leibstadt bis auf Weiteres geschlossen werden.

Imgur: Einzugsgebiet Rjaak

Als Grund für die Sistierung nannte der Ausschuss, der sich aus Vertretern der Gemeinden Böttstein, Döttingen, Klingnau, Leibstadt und Leuggern zusammensetzt, die Erarbeitung eines neuen Konzepts. «Ein finanzierbares und nach Möglichkeit mit nur noch einem Standort», wie Susanne Keller, Präsidentin der Betriebskommission am Telefon erwähnt. Sie blieb der Veranstaltung fern.

Als Buhmänner und -frauen hingestellt

Auslöser dieser Neuausrichtung waren die Kündigungen der beiden Jugendmitarbeiter Anfang Jahr. Die Begründung der temporären Schliessung löste vielerorts Unverständnis aus. Keller sagt, dass sie sich einiges habe anhören müssen. «Wir wurden als Buhmänner und -frauen hingestellt.»

Zweifel tauchten auch bei David Burgherr auf. Der Präsident der SP Surbtal wollte bei den Verantwortlichen Informationen über den aktuellen Stand einholen. Konkrete Antworten erhielt der Sekundarlehrer aus Schneisingen keine. Im Gegenteil, er fühlte sich durch sein Nachhaken unerwünscht.

David Burgherr lud zur Veranstaltung "Jugendarbeit – Unteres Aaretal und Kirchspiel: Wohin?" ein.

David Burgherr lud zur Veranstaltung "Jugendarbeit – Unteres Aaretal und Kirchspiel: Wohin?" ein.

Hauptgrund ist Termin

Auf seine Initiative fand gestern Abend in Böttstein nun eine Veranstaltung unter dem Titel – «Jugendarbeit – Unteres Aaretal und Kirchspiel: Wohin?» – statt. Gäste: Yvonne Feri (SP Nationalrätin aus Wettingen), Céline Schnegg (Leiterin JAST Würenlingen), Hans Melliger (Leiter Jugendanwaltschaft AG), Silvia Adelmeyer (Schulsozialarbeiterin Böttstein) und Matthias Gysel (Leiter Geschäftsstelle Jugendarbeit Aargau).

Ihre Voten erreichten die zuständigen Personen nicht. Die Mitglieder der Betriebskommission hatten die Einladung von David Burgherr in corpore ausgeschlagen.

Als Hauptgrund nannte Susanne Keller den gewählten Termin. «Am Montag finden jeweils Gemeinderatssitzungen statt. Das hätte dem Organisator eigentlich bekannt sein müssen. Zudem ist noch nichts spruchreif.»

Man hoffe, nächstes Jahr eine pfannenfertige neue Lösung präsentieren zu können, sagt Keller. Einen Seitenhieb verpasste sie an die Adresse von Burgherr, der die Veranstaltung moderierte. Keller unterstellte ihm, den Anlass für seine Ambitionen auf einen Grossratssitz zu verwenden.