Am Mittwochabend versammelten sich die Stimmbürger von Fisibach zur ausserordentlichen Gemeindeversammlung. Zum zweiten Mal innert fünf Monaten stimmten sie über den Kredit zur vertieften Prüfung der Rheintal+-Fusion ab. Mit 38:34-Stimmen (bei 2 Enthaltungen) wurde der Kredit von maximal 55 000 Franken diesmal genehmigt.

Im ersten Anlauf, am 6. April, hatten die Fisibacher den Kredit mit 58:30-Stimmen abgelehnt. Die Gemeinde an der Kantonsgrenze zu Zürich war damals die einzige von insgesamt zehn Zurzibieter Gemeinden, die den Kredit nicht genehmigt hatte. Was danach folgte, sorgte landesweit für Schlagzeilen: Der 458-Seelen-Ort liebäugelte mit einem Wechsel in den Kanton Zürich. Doch Mitte Juni erteilte der Regierungsrat der fusionskritischen Gemeinde eine klare Abfuhr.

Auch diesen Mittwoch gingen die Wogen hoch. Ein Votant forderte eine geheime Abstimmung, was von der Gmeind jedoch abgelehnt wurde. Ammann Marcel Baldinger fiel nach dem knappen Ja ein Stein vom Herz: «Ich weiss, dass jetzt viele Fisibacher nicht glücklich sind. Es war eng, aber das ist Demokratie.» Die Fisibacher können nun in den Arbeitsgruppen den Fusionsvertrag mitgestalten. Über den möglichen Zusammenschluss wird wohl im Herbst 2019 abgestimmt.